Di, 25. September 2018

Avatar getötet

27.10.2008 12:24

Reale Strafe für virtuellen Mord

Weil sie ihren Online-Ehemann in ihrem virtuellen Leben getötet hat, ist eine Japanerin von der Polizei verhaftet worden. Wie "The Register" berichtet, wollte sich der Ehemann aus Bits und Bytes von der Frau scheiden lassen. Der Online-Rosenkrieg in dem Multiplayer-Internet-Game "MapleStory" (Bild) artete jedoch aus. Als Rache für das Verlassenwerden schmiedete die 43-Jährige Mordpläne, die sie im Spiel auch umsetzte. Nachdem der Avatar des Ehemanns schließlich das Zeitliche gesegnet hatte, meldete sich jedoch die reale Polizei bei der Japanerin und nahm sie in Haft.

Der Vorwurf, der ihr von der Exekutive gemacht wird, ist allerdings nicht virtueller Mord. Vielmehr wird der Frau zur Last gelegt, dass sie sich unberechtigterweise Zugang zum Account des Ex-Online-Partners, einem 33 Jahre alten Angestellten, der in der realen Welt rund 1.000 Kilometer von ihr entfernt wohnt, beschaffte.

Sie benutzte seine Zugangsdaten, um sich unter seinem Namen in das in Japan äußerst beliebte Onlinespiel einzuloggen. Die Daten habe sie von ihm selbst erhalten, als sie noch eine glückliche Online-Ehe führten, berichtete die Frau der Polizei. Durch die Möglichkeit, sich unter seinem Namen einzuloggen, gelang es der Japanerin auch, den Avatar des Verflossenen zu löschen.

Die Begründung für den Racheakt klingt genauso, wie man ihn auch in der realen Welt zu hören bekommt. "Ich wurde plötzlich geschieden, es gab kein einziges Wort der Warnung. Das hat mich sehr wütend gemacht", wird die Beschuldigte von Medien zitiert. Eine formelle Anklage steht derzeit noch aus. Im Falle einer Verurteilung drohen der Frau laut japanischem Recht bis zu fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe von rund 5.000 Dollar (rund 4.000 Euro). (pte)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Elfer-Krimi
ManU blamiert sich gegen Lampards Zweitligisten
Fußball International
„Nichts zu bedauern“
Erdogan lobt Özil für Rücktritt aus Nationalteam
Fußball International
In Minute 87
1:1 - Bayern verschenken Sieg gegen Augsburg
Fußball International
5:6 n.V in Innsbruck
Meister Red Bull Salzburg bleibt sieglos
Eishockey
Gegen Ingolstadt
Louis Schaub bereitet Kölns 2:1-Siegtor vor
Fußball International
Historischer Treffer
Harnik-Ferserltor bei Bremens 3:1 gegen Hertha
Fußball International
Altach siegt 2:1
WAC mit lockerem 4:0 ins Cup-Achtelfinale
Fußball National

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.