Bakterienkiller

Kupfergriffe töten Bazillen

Wissen
26.08.2008 17:50
Kupferbeschläge an Türen lassen Bakterien sterben. Das haben deutsche Forscher herausgefunden. Im Kampf gegen gefährliche Keime in Krankenhäusern können sie dadurch eine sinnvolle Ergänzung zu herkömmlichen Hygienemaßnahmen bilden.

In wissenschaftlichen Tests sind 99,9 Prozent aller Bakterien innerhalb weniger Minuten abgestorben. Trotzdem sei es nicht sinnvoll, jede Abteilung eines Krankenhauses mit Kupferbeschlägen auszustatten, sagt Dietrich Nies, Leiter des Instituts für Biologie an der Uni Halle. Auf Krebs- oder AIDS-Stationen wäre der Einsatz sicher angebracht. „Antibiotika-resistente Keime (MRSA) sind vor allem für Patienten gefährlich, die ein schwaches Immunsystem haben“, erklärt der Professor.

Das Anbringen der Blechplatten allein garantiere jedoch keinen Erfolg. Sie müssten regelmäßig gereinigt werden, weil die antibakterielle Wirkung durch Schweiß und Fett, die an den Türgriffen kleben, abnehme.

Die Kupferbeschläge könnten auch immer nur eine begleitende Maßnahme sein. „Wir müssen daran arbeiten zu verstehen, wie Bakterien es schaffen, resistent gegen Antibiotika zu werden“, so Nies. Außerdem fordert er seine Ärzte-Kollegen auf, Antibiotika sinnvoll und in Maßen einzusetzen, sodass die Bakterien länger brauchen, um resistent zu werden.

Gefährliche resistente Keime
Antibiotika-resistente Keime (MRSA) sind in Europa jedes Jahr für 50.000 Todesfälle verantwortlich, so eine Schätzung des Europäischen Zentrums für Prävention und Kontrolle von Krankheiten. In Europa sollen jährlich etwa drei Millionen Infektionen auftreten, die erst im Krankenhaus erworben wurden. Die Keime sind nicht nur gefährlich, sondern führen auch zu massiven Kosten im Gesundheitssystem.

Diese Keime treten nicht nur im Krankenhaus selbst auf, sondern werden auch von außen eingeschleppt. „Klassische Hygienemaßnahmen reichen nicht aus, um die Verbreitung der MRSA in Krankenhäusern zu stoppen“, erklärt Nies. „Der Kampf gegen hochresistente Erreger ist mit den bisherigen Mitteln, wie dem Einsatz immer neuer Antibiotika und intensiver Desinfektionsmaßnahmen, nicht zu gewinnen.“ (pte)

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