Früh übt sich...

So lernt dein Kind, mit Geld gut umzugehen

Wirtschaft
17.09.2010 10:36
Geld regiert die Welt – egal, was du von diesem Ausspruch hältst, ein Quäntchen Wahrheit steckt auf jeden Fall drin. Schließlich kann man ohne Geld in unserer Gesellschaft kaum überleben, für Bedürfnisse und Wünsche muss bezahlt werden. Vielen Erwachsenen fällt das Haushalten mit den monatlich hart verdienten Einnahmen jedoch schwer – nicht selten liegt dies daran, dass im Kindesalter der richtige Umgang mit Geld nicht vermittelt wurde. Wenn du deinen Kindern früh beibringst, wie sie mit ihren Finanzen klarkommen, dann erleichterst du ihnen damit ihr gesamtes späteres Leben. Wie das funktioniert, erfährst du hier.

Kinder sollten früh vermittelt bekommen, dass Geld einen Wert hat. Kleine Kinder glauben oft, dass Geld einfach da ist. Der Bezug dazu, dass man für Geld auch arbeiten gehen muss, kommt erst später. Je früher dein Kind daher lernt, dass Geld durch Leistung verdient werden muss und dass man damit haushalten muss, desto leichter fällt ihm der kontrollierte Umgang mit seinen Finanzen. Eine Möglichkeit, deinem Kind den richtigen Umgang mit Geld zu vermitteln, ist über Taschengeld.

Ab wann sollten Kinder Taschengeld bekommen?
Es spricht nichts dagegen, schon Kindern im Vorschulalter ein Taschengeld zur Verfügung zu stellen – allerdings muss die Höhe immer dem Alter angemessen sein! Auch sollte die Auszahlung bei jüngeren Kindern nur wöchentlich erfolgen, ältere Kinder können das Taschengeld auch monatlich erhalten. Denn dadurch lernen sie, auch über einen längeren Zeitraum hinweg mit einem bestimmten Betrag hauszuhalten. Nun stellt sich die Frage, wie viel Taschengeld du deinem Kind zur Verfügung stellen solltest.

So viel ist angemessen
Hierfür gibt es eine einfache Staffelung mit Richtwerten (herausgegeben vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz):

Ist dein Kind unter sieben Jahre alt, dann sind rund 0,2 Prozent deines Nettoeinkommens pro Woche angemessen. Bei einem Nettoeinkommen von 1.000 Euro sind das also zwei Euro wöchentlich. 

Für Kinder im Alter zwischen sieben und zehn Jahren erhöht sich der Prozentsatz auf etwa ein Prozent des Nettoeinkommens – bei unserem Beispiel von 1.000 Euro sind das zehn Euro pro Woche. 

Mit zunehmendem Alter sollte das Taschengeld von wöchentlicher Auszahlung auf monatliche Beträge umgestellt werden. Daher sind zwischen zehn und 14 Jahren 6,4 Prozent des Nettoeinkommens oder 64 Euro pro Monat angemessen. Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahre können 8,8 Prozent des Nettoeinkommens monatlich erhalten, das wären in unserem Fall 88 Euro pro Monat. 

Diese angegebene Staffelung stellt aber wie gesagt nur Richtwerte dar, die du individuell für dein Kind anpassen solltest – je nachdem wie reif du es im Umgang mit Taschengeld einschätzt. Auch wenn du mehrere Kinder hast, kannst du die Staffelung anpassen, da dann jedes Kind nur einen geringeren Betrag erhalten sollte. Jedoch gilt es darauf achten, dass die Beträge fair verteilt sind. 

Taschengeld für Mithilfe im Haushalt
Du kannst deinem Kind natürlich auch die Möglichkeit geben, sich durch Mithilfe im Haushalt sein Taschengeld aufzubessern - dadurch lernt es, dass hinter Geld harte Arbeit steckt. Typische Tätigkeiten, die du entlohnen kannst, sind Müll hinaus bringen, Fenster putzen oder Auto waschen. Ebenso kannst du eine Steigerung des Taschengeldes an Mithilfe im Haushalt koppeln. So begreift dein Kind, dass Einsatz belohnt wird. 

Wofür wird das Taschengeld ausgegeben?
Auch sollte klar sein, welche Ausgaben dein Kind mit seinem Taschengeld selbst abdecken muss und wo es nach wie vor Zuschüsse von dir bekommt. Typischerweise wird das Taschengeld für Jause oder persönliche Anschaffungen wie z.B. Bücher, CDs oder Computer-Spiele verwendet. Nach und nach kannst du deinem Kind aber auch die Verantwortung für wiederkehrende notwendige Ausgaben übertragen, wie z.B. Bekleidung und Schuhe, Handy, Schulmaterial oder Friseur. 

Der sorgfältige Umgang mit Geld
Wichtig ist darüber hinaus, deinem Kind den sorgfältigen Umgang mit Geld beizubringen: Es sollte einen fixen Platz haben, an dem es sein Geld aufbewahren kann. Für zu Hause eignet sich eine Geldschatulle oder ein Sparschwein, für unterwegs sollte es eine Geldbörse bekommen. Auch sollte Geld nicht einfach achtlos liegengelassen oder in irgendwelche Taschen gesteckt werden. 

Aufschub von Wünschen
Dein Kind sollte begreifen, dass man sich nicht alle Wünsche sofort erfüllen kann. Hat dein Kind einen teureren oder ausgefallenen Wunsch, dann solltest du diesen an Bedingungen knüpfen bzw. ihm beibringen, dass es dafür zumindest einen Teil seines Taschengeldes sparen muss. So gerät dein Kind später nicht so leicht in die Kreditfalle, weil es gelernt hat, zu warten. 

Vorbild sein
Schlussendlich lernt dein Kind auch dadurch, wie du selbst mit deinem Geld umgehst. Lebst du ihm den richtigen Umgang mit Geld vor und zeigst ihm, wie man haushaltet und spart, dann ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass dein Kind dieses Verhalten von dir adaptiert. Deine eigene Einstellung wird dein Kind prägen. 

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