"Wir waren nicht unklug und haben den Platz entsprechend imprägniert. Probewaschungen wurden bereits durchgeführt. Das Fett und die sonstigen Stoffe können technisch beseitigt werden, das teure Pflaster muss nicht eigens abgeschliffen werden", sagte Scheucher. Am 14. Juli würden die voraussichtlich eine Woche dauernden Reinigungsarbeiten beginnen.
Schon Monate vor der EURO hatte es in Klagenfurt viele Stimmen gegeben, die eindringlich davor gewarnt hatten, den um 8,8 Millionen Euro sanierten Platz rund um den Lindwurm als Fanzone einzurichten. Vor allem Verunreinigungen wurden befürchtet. Die Stadtpolitiker, allen voran der damals für Tiefbau zuständige SPÖ-Vizebürgermeister Ewald Wiedenbauer, hatten diese Befürchtungen aber in den Wind geschlagen.
Kritik des Bundesrechnungshofes
Vor zwei Wochen hatte der Bundesrechnungshof die Rundumerneuerung des Neuen Platzes kritisiert. Bereits bei der Beauftragung der Sanierung im April 2007 sei der vom Stadtsenat ein Jahr zuvor genehmigte Kostenrahmen von 6,24 Millionen Euro gleich um 2,13 Millionen Euro oder 34 Prozent überschritten worden. Die Baukosten seien mehr als doppelt so hoch wie jene herkömmlicher Platzgestaltungen gewesen, da man "auf die besonders hochwertige Ausführung der Pflasterplatten" bestanden habe.
EURO Grund für Kostenexplosion
Mitschuld an dem Dilemma trägt für die Rechnungshofprüfer auch die EURO. Durch die Fußball-Europameisterschaft sei das Projekt unter massiven Zeitdruck gesetzt gewesen. Dies habe eine "ordnungsgemäße Projektorganisation und Projektabwicklung erschwert beziehungsweise behindert". Auch das bestätigt letztendlich die Warnungen, dass man die Sanierung erst nach der EURO in Angriff hätte nehmen sollen.
Mathiaschitz-Kritik
Entsetzt über den Zustand des Platzes im Zentrum der Landeshauptstadt zeigte sich auch Vizebürgermeisterin und Wiedenbauer-Nachfolgerin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ). Sie forderte Bürgermeister Harald Scheucher (ÖVP) dringend auf, für eine einwandfreie Reinigung der teuren Platten zu sorgen. "Der Bürgermeister soll sein Versprechen halten und den Neuen Platz zum Wohnzimmer für alle Klagenfurter und Klagenfurterinnen machen. Wer möchte ein derart verunreinigtes Wohnzimmer?", meinte sie.
Reinigung überhaupt möglich?
Es ist allerdings sehr fraglich, ob eine Reinigung überhaupt möglich ist. Die bisher durchgeführten Arbeiten nach dem Abbau der Stände der Fanzone haben augenscheinlich wenig gefruchtet. Jetzt wird befürchtet, dass die neuen Platten überhaupt abgeschliffen werden müssen, um die Fettreste entfernen zu können. Nur würden die Platten dann nicht mehr neu aussehen.
Der Klagenfurter Bürgermeister Harald Scheucher (V) versicherte am Dienstag, dass der als EURO-Fanzone verwendete und daher stark verschmutzte Neue Platz sehr wohl von den Öl- und Fettresten sowie von anderen Verunstaltungen gereinigt werden könne. Man habe den gesamten Platz vor der Fußball-EM nämlich imprägnieren lassen. Über die Höhe dieser Kosten verlangen aber die Grünen Aufklärung.
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