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Foto: Studiocanal / Video: Zoom.TV

Das sind die Favoriten der 89. Oscarverleihung

22.02.2017, 06:00

Sie kämpfen gegen Widerstände, koste es, was es wolle: Die Figuren, die fünf Schauspielern heuer eine Chance auf den Oscar als bester Hauptdarsteller einbrachten, haben einiges zu ertragen. Beinahe wie eine Lichtgestalt wirkt da Ryan Gosling im nostalgischen Musical "La La Land", dem meistnominierten Film in diesem Jahr. Dennoch könnte gerade er bei der Gala am 26. Februar das Nachsehen haben.

Denn als Favoriten gelten andere. Allen voran der 41- jährige Casey Affleck, der in "Manchester by the Sea" für reichlich beklemmende Momente sorgt. Im erschütternden Eröffnungsfilm der letztjährigen Viennale von Kenneth Lonergan hat er als wortkarger Hausmeister in Boston ein tragisches Ereignis zu überwinden und bekommt dann unerwartet eine Vaterrolle zugeschoben. Bei den Golden Globes (in der Drama- Kategorie) sowie den britischen Baftas reichte das bereits zu Trophäen. Allerdings begleiten den Schauspieler auch Vorwürfe der sexuellen Belästigung einer früheren Filmkollegin, die seine Nominierung scharf kritisierte.

Casey Affleck
Foto: 2017 Invision
Video: Universal Pictures

Washington hat keinen Druck

Wenig Druck dürfte hingegen Denzel Washington haben: Der 62- jährige Hollywoodstar hat immerhin bereits zwei Goldmänner zuhause stehen. Und dank des Dramas "Fences", für das er auch im Regiestuhl Platz genommen hat, stehen die Chancen nicht schlecht, daraus ein Trio zu machen. Ähnlich wie Afflecks Figur gibt er in der Filmadaption des gleichnamigen Theaterstücks einen von der Gesellschaft enttäuschten Mann - in diesem Fall ein ehemaliger Baseballprofi, der nun gleichermaßen desillusioniert wie wütend sein Dasein fristet. Gerade die Reduktion auf den persönlichen Raum scheint Washington dabei in die Hände zu spielen, ist dieser Film doch ganz auf die Schauspieler (neben ihm etwa die ebenfalls Oscar- nominierte Viola Davis) zugeschnitten.

Denzel Washington
Foto: AFP

Tanzender Beau als Oscarfavorit

Dass es auch großteils ohne ernste Blicke geht, stellt in der diesjährigen Preissaison Ryan Gosling unter Beweis: Der kanadische Beau tanzt und singt sich an der Seite von Emma Stone durch "La La Land", dieser ungemein charmanten Verneigung Damien Chazelles vor den großen Hollywood- Musicals der 40er- und 50er- Jahre. Gosling muss dabei nicht nur das Tanzbein schwingen und seine Stimme erheben, sondern nahm auch Klavierunterricht. Bis dato hat sich der Einsatz für den 36- Jährigen jedenfalls als gelohnt, gab es doch einen Golden Globe (Komödie/Musical- Sparte) für seine Darbietung. Ob sich aber der ganz große Triumph einstellen wird, bleibt abzuwarten.

Foto: Studiocanal

Ex- "Spiderman" als bester Darsteller?

Mit einem durchaus Academy- tauglichen Thema ist Mel Gibsons "Hacksaw Ridge" ausgestattet, das Andrew Garfield unter die fünf nominierten Schauspieler brachte. Im Kriegsdrama gibt der amerikanisch- britische Mime einen Armee- Sanitäter im Zweiten Weltkrieg, der zwar keine Waffe in die Hand nehmen will, aber dennoch seinem Land dienen möchte. Die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte erzählt Gibson in für ihn typischer, sprich sehr expliziter Manier. Für den 33- jährigen Garfield, dessen Karriere dank zweier "Spiderman"- Abenteuer einen ordentlichen Schub erhielt, wäre es der Höhepunkt einer noch jungen Laufbahn.

Andrew Garfield in "Hacksaw Ridge"
Foto: AP
Regisseur Mel Gibson bein den Dreharbeiten zu "Hacksaw Ridge"
Foto: AP

"Captain Fantastic" mit Rauschebart

Bleibt der liebenswerte Außenseiter im Bunde: "Captain Fantastic" hat Charakterdarsteller Viggo Mortensen (58) seine zweite Oscar- Nominierung eingebracht. War es vor neun Jahren noch das russische Mafiamilieu in David Cronenbergs Thriller "Eastern Promises", gelingt ihm das nun als schrulliger Hippie- Vater, der seine Kinder fernab jeglicher Zivilisation alleine (und höchst anspruchsvoll) erzieht. Mit Rauschebart und brummigem Timbre gibt er dem Aussteiger dabei nicht nur optische Authentizität. Wie zumindest drei seiner vier Mitbewerber sind es äußere Umstände, mit denen er zu kämpfen hat, die er keineswegs akzeptieren will und sich letztlich doch mit ihnen arrangieren muss. Eine erinnerungswürdige Performance, wenn auch nur mit minimalen Chancen auf die begehrte Goldstatuette.

Viggo Mortensen
Foto: EPA
Viggo Mortensen in "Captain Fantastic"
Foto: AP

(APA)

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