Funde belegen

Steinzeit-Menschen garten Mammuts in Erdofen

Wissen
08.06.2009 14:54
Wissenschaftler haben in Tschechien in der Nähe von prähistorischen Tierüberresten eine Grube entdeckt, die mit Steinen ausgelegt war. Sie schließen aus dem Fund, dass Menschen der jüngeren Altsteinzeit diese als eine Art Erdofen benutzt haben könnten. Die Forscher vermuten, dass die Menschen vor rund 29.000 Jahren erlegte Tiere in Blätter eingewickelt, auf heiße Steine gelegt und mit Erde bedeckt haben.

Da neben der Grube Skelette eines Mammuts sowie die Überreste eines Bären, eines Fuchses und anderer Tiere gefunden wurden, glauben die Forscher, dass die Menschen schon damals in der Lage waren, große Fleischstücke in einem Erdofen zu garen.

Die Methode des Garens in einem Erdofen wird auch heute noch angewendet – etwa beim Lu'au-Fest auf der Insel Hawaii. Dazu wird eine Vertiefung in der Erde mit heißen Steinen ausgelegt, ein Schwein in Bananen- und andere Blätter eingewickelt, auf die Steine gelegt und mit Erde zugedeckt. Nach etwa neun Stunden ist das Tier dann gar.

In der Nähe der Gruben mit den Steinen fand das Team um Jiri Svoboda von der Mazarykova Universität in Brünn außerdem zahlreiche Steinwerkzeuge, die als Säge oder Klinge gedient haben dürften. Sie wurden vermutlich zum Zerteilen der Tiere verwendet.

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