Reste an Tonscherben

Menschen nutzten schon vor 6.000 Jahren Gewürze

Wissenschaft
25.08.2013 10:20
Bisher wurde angenommen, dass für den Menschen, als er sich noch als Jäger und Sammler seine Nahrung beschaffen musste, nur der Kaloriengehalt zählte. Doch wie nun britische Wissenschaftler herausgefunden haben, würzten unsere Vorfahren bereits von 6.000 Jahren ihre Speisen, um den Geschmack von Fleisch, Fisch und Pflanzenkost zu verbessern: Überreste von Knoblauchrauke (Bild) in Tontopfscherben verraten ihren Gebrauch beim Kochen.

Wissenschaftler der University of York untersuchten 6.100 Jahre alte Tonscherben aus Dänemark und Deutschland. Sie stammen aus der Zeit, als der frühe Mensch vom Leben als Jäger und Sammler zum Ackerbau überging. Die Forscher lösten verbrannte Ablagerungen in den ehemaligen Kochtöpfen in Wasser auf.

Unter dem Mikroskop zeigten sich Kieselsäurekristalle, die mit denen der heutigen Knoblauchrauke identisch sind. Die Scherben enthielten zudem auch tierische Fettreste und Pflanzenstärke - also eindeutige Hinweise auf Speisereste. Da die Knoblauchrauke nur einen geringen Nährwert hat, wurde sie allem Anschein nach zum Würzen verwendet, so Forscher in einer Aussendung der Universität. Unsere Vorfahren wussten demnach den Geschmack von gewürzten Speisen offenbar schon zu schätzen.

Das Essen musste auch schmecken
Studienautor Hayley Saul erklärt: "Bisher wurde allgemein angenommen, dass allein der Kaloriengehalt der Nahrung für Jäger und Sammler bei ihrer Essenswahl entscheidend war. Doch sowohl der aktuelle Fund von Phytolithen, die denen der Knoblauchrauke ähnlich sind, als auch die Methode, mit der sie gefunden wurden, eröffnet neue Wege der Erforschung prähistorischer Kochkunst."

Obwohl die Knoblauchrauke vor Ort wuchs, ist noch unklar, ob die Praxis, Kräuter als Gewürz zu nutzen, vielleicht ursprünglich aus dem Baltikum oder dem Nahen Osten kam oder ob die Jäger und Sammler im heutigen Dänemark und Deutschland von selbst auf die Idee des Würzens kamen. Die Studienergebnisse wurden von dem internationalen Forscherteam im Fachmagazin "PloS ONE" veröffentlicht.

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