Etwa 15 Prozent der Fälle von Zuckerkrankheit entfallen auf den Typ- 1-Diabetes. Zumeist bereits im Kindes- oder Jugendalter, fällt die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse durch Autoimmunreaktionen mit Zerstörung der Beta- Zellen aus. Die Betroffenen müssen lebenslang Insulin spritzen.
Nach erfolgreichen Studien an Mäusen übertrugen die katalanischen Wissenschaftler ihre Erkenntnisse ins Tiermodell mit Hunden, da diese sich gut für die Untersuchung von Diabetes eignen. 1921 erprobten Frederick Banting und Charles Best erstmals die Insulintherapie - die Substitution des Stoffwechselhormons - an einem zuckerkranken Hund.
In der aktuellen Studie verwendeten die spanischen Forscher von nicht krank machenden Adenoviren abgeleitete Partikel, um bei diabetischen Hunden zwei verschiedene Gene einzuschleusen: Mit einfachen Injektionen in die Hinterbeine der Hunde verabreichten sie ihnen das Gen- Material für die Produktion von Insulin und die für die Produktion des Enzyms Glukokinase verantwortliche Erbsubstanz. Die Glukokinase reguliert im Körper die Aufnahme von Zucker aus dem Blut. In Kombination stellen die beiden Gene praktische einen "Blutzuckersensor" dar, der die Konzentration reguliert.
Nach nur einer Anwendung der Gentherapie kam es demnach zu einer bis zu vier Jahre hinweg anhaltenden Normalisierung des Blutzuckerspiegels - und zwar unabhängig von Kohlenhydrataufnahme oder Nüchternheit bzw. körperlicher Aktivität. Auch Unterzuckerung wurde nicht registriert. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin "Diabetes" publiziert.