Die Raumfahrerin und ihre beiden männlichen Kollegen sollen im Rahmen der zehn- bis zwölftägingen Reise mit "Shenzhou" (übersetzt: "Magisches Schiff") im All auch an das Raummodul "Tiangong 1" ("Himmelspalast") ankoppeln.
Der Raumfahrtbahnhof in Jiuquan in der Provinz Gansu wollte den Starttermin zwar noch nicht bestätigen, doch ein örtliches Reisebüro, das sich auf Gruppenreisen zum Startplatz spezialisiert hat, berichtete, dass "Shenzhou 9" am 15. oder 16. Juni abheben soll. Diese Information habe die staatliche Tourismusverwaltung in Peking übermittelt, sagte eine Mitarbeiterin. In Raumfahrtkreisen wurde hingegen der 16. Juni als geplanter Starttermin genannt.
Zwei Pilotinnen in der engeren Wahl
Wer die erste chinesische Raumfahrerin sein wird, ist noch unklar. Zwei Pilotinnen seien in der engeren Wahl: die 32-jährige Wang Yapin aus Yantai in der Provinz Shandong und die ein Jahr ältere Liu Yang aus Zhengzhou in der Provinz Hunan. Beide sind verheiratet und dienen seit 1997 in der chinesischen Luftwaffe. Sie sind 2010 in den engeren Kreis von 15 potenziellen Kandidatinnen aufgenommen worden.
Gute Chancen werden Wang Yaping nachgesagt, die 2008 nach dem verheerenden Erdbeben in der Provinz Sichuan mit 87.000 Toten Hilfsgüter ins Katastrophengebiet flog. Ferner saß sie im Cockpit, als bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking von der Luft aus Wolken "geimpft" wurden. Damit sollten sie vorzeitig zum Abregnen gebracht werden, um die Wettkämpfe nicht zu beeinträchtigen. Zum Start der ersten Chinesin ins All soll möglicherweise sogar Staats- und Parteichef Hu Jintao im Kontrollzentrum in Peking erscheinen.
Umsteigen in "Himmelspalast" geplant
Die Besatzung soll auch in das Raummodul umsteigen, das seit September 2011 die Erde umkreist. Es wäre das erste Andockmanöver eines bemannten chinesischen Raumschiffes am "Himmelspalast". Im November hatte das unbemannte Raumschiff "Shenzhou 8" erfolgreich die ersten chinesischen Kopplungsmanöver absolviert. Damit war China zur dritten Nation nach den USA und Russland aufgestiegen, die ein solches Andocken beherrscht.
Bei dem Flug von "Shenzhou 9" sollen die Raumfahrerin und ihre beiden Kollegen auch in dem Raummodul leben und Experimente ausführen, um weitere Erfahrungen für die Entwicklung einer ständigen Raumstation zu gewinnen. China plant den Bau einer eigenen Raumstation, die um 2020 fertig werden soll.
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