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Astronomen finden bislang kleinste Exoplaneten

21.12.2011, 09:38
Foto: NASA/ARC/JPL-Caltech / Video: krone.tv
Das Weltraumteleskop "Kepler" hat bei seiner Suche nach Leben auf fernen Himmelskörpern die bislang kleinsten Planeten eines anderen Sterns entdeckt: Die beiden neu entdeckten sogenannten Exoplaneten haben nur den 0,87- bzw. 1,03- fachen Durchmesser der Erde. Der zuvor kleinste bekannte Exoplanet besitzt immerhin einen 1,42 Mal größeren Durchmesser als unser Heimatplanet.

Die beiden Exoplaneten  kreisen um eine rund 1.000 Lichtjahre von unserer Erde entfernte Sonne namens Kepler- 20a, die laut Angaben von Astronomen ein Planetensystem aus mindestens fünf Begleitern besitzt. Während es sich bei den bereits bekannten drei Planeten des Sterns um Gasriesen von etwa der Größe des Neptun handelt, haben die beiden neu entdeckten Exoplaneten Kepler- 20e (im Bild links) und Kepler- 20f (rechts) nur den 0,87- und 1,03- fachen Durchmesser der Erde.

Die Masse der beiden neu entdeckten Exoplaneten ist noch nicht bekannt. Die Astronomen um Francois Fressin vom Harvard- Smithsonian- Zentrum für Astrophysik  in Cambridge in Massachusetts halten es jedoch für möglich, dass beide eine ähnliche Zusammensetzung wie die Erde aufweisen, mit etwa einem Drittel ihrer Masse in einem Eisenkern und zwei Dritteln in einem Silikatgestein- Mantel.

Ferne Planeten zu heiß für Leben

Für Leben ist es auf den beiden fernen Planeten allerdings zu heiß: Sie umkreisen ihr Zentralgestirn, das unserer Sonne ähnelt, in nur sechs (Kepler- 20e) beziehungsweise knapp 20 Tagen (Kepler- 20f). Entsprechend liegt die Durchschnittstemperatur dort nach Berechnung der Astronomen bei unwirtlichen rund 400 und 850 Grad Celsius. Dennoch könnte der kühlere, weiter von seiner Sonne entfernte Planet sogar eine dichte Wolkenschicht aus Wasserdampf besitzen, schreiben die Entdecker im britischen Fachblatt "Nature".

Sonde "Kepler" sucht nach "zweiter Erde"

Das Weltraumteleskop "Kepler"  war von der US- Raumfahrtbehörde NASA unter anderem gestartet worden, um nach erdähnlichen Planeten zu suchen. Die nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler benannte Sonde kann mit ihrer 95- Megapixel- Kamera den leichten Dimmer- Effekt erfassen, der entsteht, wenn ein Planet von der Erde aus gesehen vor seinem Stern vorbeizieht. Durch diese Helligkeitsschwankungen hat "Kepler" bereits mehr als 2.000 Kandidaten für Exoplaneten gefunden, die allerdings großteils noch bestätigt werden müssen.

Fast alle Exoplaneten, die seit 1995 entdeckt wurden, sind viel größer als die Erde und bieten keine Bedingungen, unter denen Leben – so wie wir es kennen – möglich wäre. Zuletzt hatte die Sonde "Kepler" einen Planeten mit 2,4- fachem Erddurchmesser in der bewohnbaren Zone seines Sterns aufgespürt (Bericht in der Infobox). Auf Kepler- 22b (Bild 2) herrschen demnach milde 22 Grad. Anzeichen von Leben gibt es aber auch von dort nicht.

Bereits über 700 Exoplaneten entdeckt

Seit der Entdeckung der ersten Planeten bei einem anderen Stern vor rund 20 Jahren haben Astronomen mehr als 700 bestätigte Exoplaneten gefunden. Einige davon befinden sich in Sonnensystemen mit mindestens zwei Planeten. Mehr als 80 solcher Systeme wurden bislang aufgespürt. Bei der Mehrheit der bislang entdeckten Exoplaneten handelt es sich um sogenannte heiße Jupiter - also riesige Gasplaneten, die sehr eng um ihren Heimatstern kreisen.

Fotos: NASA/ARC/JPL- Caltech

AG/wed
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