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Tipps und Infos zum Sparen in Anleihen

18.08.2011, 18:49
Tipps und Infos zum Sparen in Anleihen (Bild: © 2010 Photos.com, a division of Getty Images)
Foto: © 2010 Photos.com, a division of Getty Images
In turbulenten Zeiten sind viele Sparer auf der Suche nach sicheren Sparformen, die zugleich einen möglichst guten Ertrag bringen. Neben Sparbüchern und Bausparverträgen werden oft auch Anleihen als geeignete Alternative empfohlen. Doch welches Risiko verbirgt sich hinter dem Sparen in Anleihen tatsächlich? Hier erfährst du, was du beachten musst, um eine sichere Anleihe zu erkennen und dein Geld gut zu veranlagen.

Wie funktioniert eine Anleihe?

Eine Anleihe, oft auch als Obligation oder Bond bezeichnet, ist eine Schuldverschreibung. Das bedeutet, du stellst dein Geld für eine gewisse Laufzeit einem Schuldner zur Verfügung. Im Gegenzug verpflichtet sich der Schuldner, meist der Staat, eine Bank oder ein Unternehmen, dazu, dir das Geld am Ende der Laufzeit zu 100 Prozent zurückzuzahlen und dir während der Laufzeit Zinsen zu zahlen. Im Prinzip hast du damit jene Rolle, die eine Bank hat, wenn sie einen Kredit vergibt. Denn Anleihen sind für die genannten Schuldner eine Möglichkeit, an Kapital zu kommen, mit dem sie arbeiten können – denn sie zahlen meist eine geringere Verzinsung, als eine Kreditfinanzierung kosten würde.

Worauf du achten musst

Und hier liegt auch bereits der erste Unsicherheitsfaktor: Die Sicherheit von Anleihen hängt stark davon ab, wer der sogenannte Emittent - also der Schuldner - ist, der verspricht, dir dein Geld am Ende der Laufzeit zurück zu zahlen. Mögliche Emittenten sind der Staat, Banken oder Unternehmen im In- und Ausland. Das bedeutet, du musst dir sehr genau ansehen, wem dein Geld zufließt und wie wahrscheinlich es ist, dass es der Emittent zum Laufzeitende noch existiert und zahlungsfähig ist.

Diese Wahrscheinlichkeit ist sowohl beim Staat Österreich wie auch bei den österreichischen Großbanken sehr hoch. Schließlich sind Staatsanleihen durch Steuergelder besichert, und Banken haften mit ihrem gesamten Vermögen. Im Konkursfall hat der Inhaber der Anleihe das Anrecht auf einen Anteil an der Konkursmasse, da er eine Gläubigerstellung inne hat.

Vorsichtiger gilt es bei kleineren Emittenten wie auch ausländischen Emittenten zu sein. Diese locken zwar oft mit hohen Zinsversprechungen – auch über 10 Prozent sind keine Seltenheit – jedoch bringen dir diese Versprechungen nichts, wenn die Inflation im Emissionsland deutlich über diesem Niveau liegt oder du durch den Währungswechsel Verluste machst bzw nicht von einer Rückzahlung zum Laufzeitende ausgegangen werden kann. Ratings helfen dabei, die Bonität von Emittenten einzuschätzen, sollten aber nicht das einzige Kriterium sein, das zur Bewertung herangezogen wird. Aktuelle Meldungen dürfen und müssen ebenfalls beachtet werden.

Weitere Risiken von Anleihen

Hast du eine Anleihe von einem Emittenten mit guter Bonität gefunden, dann ist die Investition als vergleichsweise sicher zu betrachten und kann als Alternative zum Sparbuch gesehen werden. Denn hältst du die Laufzeit ein, dann bekommst du die Zinsen für den eingelegten Betrag und am Laufzeitende dein Kapital zu 100 Prozent zurück. Etwas anders verhält es sich, wenn du während der Laufzeit an dein Geld möchtest, denn dann kommt es zu einer Kursbildung – das bedeutet, es zeigt sich, wie groß die Nachfrage nach deiner Anleihe ist.

Kaufst du die Anleihe, dann steigst du beim Kurs 100 ein. Steigt die Nachfrage nach deiner Anleihe, dann steigt auch der Kurs. Verkaufst du bei einem höheren Kurs, dann machst du einen Kursgewinn und bekommst mehr als dein eingelegtes Kapital retour. Sinkt die Nachfrage, dann sinkt der Kurs, und du bekommst unter Umständen weniger als dein eingelegtes Kapital retour. Generell ist es jedoch so, dass Anleihen verglichen mit beispielsweise Aktien nur relativ geringe Schwankungen im Kurs aufweisen, in der Regel sind diese nicht höher als zehn Prozent bis zwanzig Prozent.

Die Kursentwicklung richtet sich dabei nach dem Zinsniveau am Markt. Steigen die Sparbuchzinsen, dann sinkt die Nachfrage nach alternativen Sparformen, und somit fällt auch der Anleihenkurs. Sinken die Sparbuchzinsen, dann ist mit einer steigenden Nachfrage nach Anleihen zu rechnen, da die Konditionen vergleichsweise attraktiver werden. Generell haben Anleihen eine fixe Verzinsung, es gibt jedoch auch Anleihen mit variabler Verzinsung, sogenannte Floater, deren Verzinsung sich nach dem Marktniveau richtet. Hierbei hast du dann zusätzlich das Zinsänderungsrisiko, das bedeutet, dass sich die Zinsen entgegen deinen Erwartungen entwickeln können.

Du solltest also darauf achten, dass du die Anleihe eines Emittenten mit guter Bonität in Euro zeichnest, die Laufzeit auch wirklich durchhalten kannst und eine fixe Verzinsung hast. Lass dir auch berechnen, wie sich die Depotgebühr auf den Ertrag auswirkt, und vergleiche dann mit einer Sparbuchverzinsung. Ist die Differenz positiv, dann ist eine Anleihe eine brauchbare Alternative zum Sparbuch.

lhi
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