Die Polizei-Angaben zufolge 18 Monate alte Eribe könnte nach derzeitigem Stand der Ermittlungen in einem unbeobachteten Moment am Mittwochabend gegen 17.30 Uhr über die Couch auf das Fensterbrett geklettert und von da aus in die Tiefe gestürzt sein. "Ich war gerade auf der Toilette am Gang", erklärte ihr Vater Kadir K.
Unklar ist für die erhebenden Beamten allerdings noch, wie das Mädchen bei seinem Sturz die Distanz zwischen der Hausmauer und dem Auto, auf dem es landete, überwinden konnte. Für die Landung auf der Motorhaube gebe es allerdings Zeugen. Nach dem Aufprall sei die Kleine auf den Gehsteig gerutscht.
Eltern droht Anzeige
Das Mädchen wurde nach dem Vorfall gemeinsam mit seinen schwer geschockten Eltern, die ebenfalls medizinisch betreut werden mussten, ins AKH eingeliefert. Ihre anfängliche Jubelmeldung, die Kleine habe unverletzt überlebt, musste die Polizei Donnerstagmittag korrigieren. Sie schwebe zwar nicht in Lebensgefahr, stehe aber auf der Intensivstation unter Beobachtung. Der Vater: "Mein Mädchen hat einen gebrochenen Arm und ein gebrochenes Bein."
Die Eltern werden nun - wie in solchen Fällen üblich - wegen des Verdachts der Vernachlässigung der Aufsichtspflicht angezeigt. Die Eltern konnten bislang zur vollständigen Klärung des Unfallhergangs noch nicht einvernommen werden, zumal auch ein Dolmetscher hinzugezogen werden muss.
KfV: Eltern unterschätzen Schnelligkeit von Kleinkindern
Laut KfV sind 2010 in Österreich 19 Mal Kinder aus dem Fenster gestürzt, drei von ihnen starben. Besonders gefährdet seien Kinder zwischen zwei und vier Jahren, da in diesem Alter die Schnelligkeit und Geschicklichkeit der Kinder stark zunimmt, von den Eltern aber oft unterschätzt werde, erläuterte das Kuratorium für Verkehrssicherheit am Donnerstag. "Sind Kleinkinder im Haushalt, sollte das Fenster mit Fenstersperren versehen seien. Am besten geeignet sind Sperren, die bereits in den Fenstergriff integriert sind und mit einem Schlüssel zu öffnen sind", empfiehlt KfV-Direktor Othmar Thann.
von Michale Pommer und Andi Schiel (Kronen Zeitung) und wien.krone.at
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.