Kampf um Öl und Gas

Russland will Soldaten in der Arktis stationieren

Ausland
30.06.2011 08:38
Im Rennen um die Öl- und Gasvorräte in der Arktis hat der russische Regierungschef Wladimir Putin eine Ausweitung der Aktivitäten Moskaus in der Region angekündigt. Russland sei zwar zum Dialog mit den Arktis-Anrainern bereit, sagte Putin am Donnerstag vor Mitgliedern seiner Partei Geeintes Russland, "ganz klar werden wir aber unsere eigenen geopolitischen Interessen hart und konsequent verteidigen". Nach Militärangaben will Moskau schon in diesem Jahr erste Streitkräfte in der Region stationieren.

Die Arktis-Soldaten mit Spezialtechnik und -uniformen sollen einem Panzergrenadier-Stützpunkt in Petschenga nahe Murmansk zugeordnet werden, berichteten russische Medien, das Lager der Truppen selbst werde aber anderswo liegen. Moskau hat in der Vergangenheit stets betont, seine Ansprüche auf die Bodenschätze im Eismeer notfalls militärisch durchzusetzen.

Fünf Staaten stellen Ansprüche
Russland behauptet, dass sein Kontinentalschelf am Meeresboden so weit in die Arktis reiche, dass das größte Land der Erde auch den Nordpol beanspruchen dürfe. Allerdings erheben auch andere Arktis-Anrainer Ansprüche darauf. Im Mai 2008 hatten sich Dänemark, Kanada, Norwegen, Russland und die USA bei einem Treffen auf Grönland zu einer friedlichen Lösung ihres Territorialstreits verpflichtet.

Polarregion als "riesiges Bergwerk"?
Die Entscheidung über die Ansprüche der einzelnen Länder soll von der UNO-Seerechtskommission getroffen werden. Umweltschützer warnen vor einer wirtschaftlichen Ausbeutung der Polarregion. Sie befürchten, dass die Anrainerländer das Gebiet in ein "riesiges Bergwerk" verwandeln könnten - mit womöglich verheerenden Folgen für die Umwelt. Putin erklärte dazu nur, dass Russland bei der industriellen Ausbeutung den Naturschutz berücksichtigen wolle.

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