Das Buch "Das Weite suchen. Von Kärnten nach Triest" hatte Eveline Friedl begeistert und motiviert, die Strecke selbst in Angriff zu nehmen. Am 5. Mai startete sie in Villach und telefonierte noch mit ihrem Lebensgefährten. "Das war das letzte Telefongespräch", so Ermittler Ernst Urschitz. Auch am Geburtstag der Tochter, am 13. Mai, hat Friedl nicht angerufen. "Es ist absolut unüblich für meine Mutter, dass sie sich über einen so langen Zeitraum nicht meldet", erzählt ihre Tochter.
Am Donnerstag wurde nun das Kärntner Gebiet von Ledenitzen bis Rosenbach bis hin zur Staatsgrenze durchkämmt. Die Alpine Einsatzgruppe Villach, ein Polizeihubschrauber, die Bergrettung sowie eine Diensthundestreife waren daran beteiligt. Von der Pilgerin war aber nichts zu sehen. Und es besteht Hoffnung, dass die Frau wohlauf ist.
Ein Lokführer meldete sich am Donnerstag bei der Polizei und gab an, dass er am 8. Mai mit dem Schnellzug nach Jesenice unterwegs war. Er habe Eveline Friedl am Bahnhof gesehen und anhand mehrerer Fotos eindeutig erkannt. Somit dürfte die Wienerin also doch in Slowenien angekommen sein. Ursprünglich hatte man vermutet, sie wäre nicht einmal bis nach Rosenbach in Kärnten gekommen. Eine konkreten Hinweis auf den Aufenthaltsort der Frau gibt es bisher allerdings nicht.