Der häufigste Anlass für Beschwerden seien verspätete Briefe und Pakete, wurde ein Post- Sprecher im "Mittagsjournal" zitiert. Der zweite Hauptgrund: Gelbe Abholscheine im Briefkasten, obwohl der Adressat meint, er sei doch zu Hause gewesen. Insgesamt gab es im Vorjahr beim Post- Kundenservice unter anderem 84.000 Beschwerden über Briefsendungen, 43.000 über Paketzustellung und 8.600 über das Filialnetz. Das geht aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung von Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) an den SPÖ- Abgeordneten Johann Maier hervor.
Die Zahlen stammen aus dem an sich geheimen Post- Universaldienstbericht. Wie viele Beschwerden es über Probleme mit den neuen Postpartnern gab, geht aus diesem Bericht nicht hervor, solche Beschwerden gebe es auch kaum, heißt es von der Post. Mit konkreten Zahlen wurde diese Ansicht aber nicht belegt.
Darüber, wie viele Briefe und Pakete im Vorjahr bei der Post verloren gegangen sind, konnten oder wollten vorerst weder die Post AG noch die Post- Regulierungsbehörde oder das Infrastrukturministerium gegenüber dem ORF Auskunft geben.
Die Post will die Berichte allerdings nicht unrelativiert stehenlassen. Gemessen an den mehr als 5,5 Milliarden Sendungen, die die Post jährlich befördere, sei die Anzahl der Beschwerden eigentlich vergleichsweise gering, sagte Post- Sprecher Michael Homola am Donnerstagnachmittag.
"Die Post befördert im Jahr über eine Milliarde Briefe, 4,5 Milliarden Werbesendungen und circa 50 Millionen Pakete", sagte Homola. Die gesetzlichen Vorgaben dafür, wie rasch die Brief- oder Paketsendungen zugestellt werden müssen, würden sogar übererfüllt. Bei Briefen etwa laute die Vorgabe, dass 95 Prozent der Sendungen innerhalb Österreichs am nächsten Werktag zugestellt sein müssen - tatsächlich seien es fast 96 Prozent, unterstrich der Sprecher.