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Bis 2100 könnte Europa 75% seiner Gletscher verlieren

10.01.2011, 10:33
Bis 2100 könnte Europa 75% seiner Gletscher verlieren
Für die Gebirgswelt Europas könnte der Klimawandel dramatische Folgen haben. Laut einer aktuellen Studie könnten als Folge der Erderwärmung bis zum Jahr 2100 drei Viertel aller europäischen Gletscher verschwunden sein. Mit zum Teil massiven Folgen für die regionalen Wasserverhältnissse, wie aus einer am Sonntag im US- Fachmagazin "Nature Geoscience" veröffentlichten Studie hervorgeht.

Europa wäre laut der Untersuchung besonders stark von der Gletscherschmelze betroffen, weltweit werde das Volumen von Gletschern (im Bild der Gorner Gletscher in der Schweiz) und Eiskappen bis zum Ende des Jahrhunderts um 15 bis 27 Prozent zurückgehen. Die massiven Eisschilde Grönlands und der Antarktis, in denen 99 Prozent des weltweiten Süßwassers gebunden sind, bezogen die Forscher nicht in die Auswertung ein.

Auswirkungen auf Wasserverhältnisse

"Eisverluste dieses Ausmaßes werden beachtliche Auswirkungen auf die regionalen Wasserverhältnisse und die Verfügbarkeit von Wasser haben", heißt es in der Studie der Geophysikerinnen Valentina Radic und Regine Hock der Universität von Alaska. Dabei würden einige Weltgegenden deutlich stärker betroffen sein als andere - abhängig von der Höhe der Gletscher, der Beschaffenheit des Bodens oder regionalen Unterschieden beim Temperaturanstieg.

Die europäischen Alpen erwartet den Forschern zufolge ein Gletscher- Rückgang um 75 Prozent, Neusseeland werde 72 Prozent seiner Eisflächen verlieren. In den Hochgebirgen Asiens würden dagegen bis 2100 nur zehn Prozent der Gletscher schmelzen.

Meeresspiegel könnte um zwölf Zentimeter ansteigen

Allein das Schmelzwasser des untersuchten Eisverlusts könnte die Meeresspiegel um zwölf Zentimeter ansteigen lassen, sagten die Forscher voraus. Sollten auch die in der aktuellen Studie nicht berücksichtigten Eisschilde Grönlands und Antarktis schmelzen, dann dürfte der Pegel der Ozeane um mehrere Meter ansteigen. Neben dem Schmelzwasser ist auch die durch die Erderwärmung erzeugte Ausdehnung des Wassers ein wichtiger Faktor für den Anstieg der Meeresspiegel.

Daten von 300 Gletschern in Studie einbezogen

Die Forscher von der Universität von Alaska erstellten ihre Berechnungen auf Basis eines Computermodells, das sie aus zwischen 1961 und 2004 erhobenen Daten von mehr als 300 Gletschern erstellten. Bei der künftigen Erderwärmung bezogen sich die Wissenschafter auf ein Szenario des Weltklimarats IPCC, das einen Anstieg der Temperatur um 2,8 Grad Celsius bis zum Ende des 21. Jahrhunderts vorhersagt.

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