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“Star Fox Zero”: Tierische Arcade-Action im All

Spiele
24.04.2016 09:00

In "Star Fox Zero" wagt sich Nintendos raumfahrender Fuchs Fox McCloud zum ersten Mal seit der GameCube-Ära wieder auf eine stationäre Konsole. Das Arcade-Geballer für die Wii U wurde von Platinum Games unter Schirmherrschaft von Nintendo-Legende Shigeru Miyamoto entwickelt und macht reichlich Gebrauch vom Touchscreen-Gamepad der Wii U. Wie sich das tierische Abenteuer spielt, hat krone.at getestet.

Seit "Star Fox Assault" für den GameCube sind elf Jahre vergangen, in denen Fox McCloud lediglich in einigen Spielen für die Mobilkonsole DS auftreten durfte. In "Star Fox Zero" wagen sich Fox und seine tierischen Freunde Falco, Slippy und Peppy nun endlich auch am TV-Gerät wieder in packende Dogfights gegen die Schergen des galaktischen Bösewichts Andross.

Krieg, Intrigen und Verrat im tierischen All
"Star Fox Zero" erzählt eine Spielern der Vorgänger durchaus vertraute Geschichte von Machtgier und Intrigen, eingebettet in einen galaktischen Krieg zwischen den guten Bürgern des Lylat-Systems unter seinem Verteidiger General Pepper und den fiesen Andross-Schergen vom Planeten Venom.

Weil seit dem letzten "Star Fox"-Game schon einige Zeit vergangen ist, dürfte sich nicht jeder Spieler sofort in diesem Universum zurechtfinden, weshalb Nintendo einen sehenswerten Story-Kurzfilm veröffentlicht hat.

Im Spiel selbst wird die Handlung leider nicht so packend erzählt. Audio-Schnipsel, Textboxen und die eine oder andere Comic-Sequenz liefern zwar einen groben Rahmen, großes Story-Kino sollte man sich von "Star Fox Zero" aber nicht erwarten.

Immerhin: Obwohl die Handlung nicht sonderlich dicht ist, bleiben die Charaktere in Erinnerung. Die tierischen Helden - etwa Draufgängerpilot Falco Lombardi in Falkengestalt oder Peppy Hare als alter Fliegerhase und Freund von Fox' Vater - wirken teilweise ein wenig wie eine Hommage an Sci-Fi-Streifen à la "Star Wars" und Flieger-Epen wie "Top Gun". Sehr liebenswert!

Abwechslungsreiches Gameplay, viele Vehikel
Spielerisch gibt sich "Star Fox Zero" recht abwechslungsreich. "Star Fox"-Kennern teilweise vertraut wirkende Schlachten auf Planeten gibt's während der rund sechs Stunden langen Story ebenso wie Auseinandersetzungen im All, dazwischen immer wieder kleinere Rätsel-Passagen, stressige Missionsziele unter Zeitdruck und ausufernde Boss-Kämpfe - oft in mehreren Phasen.

Bestritten werden die Kämpfe meist im Team mit Fox' Freunden, geballert wird mit teilweise zielsuchenden Lasern und Raketen. Nett: Oft wechselt man in einer einzelnen Mission zwischen verschiedenen Kriegsgeräten hin und her, steuert mal einen Gleiter, mal einen Mech, hie und da auch Panzer und andere Maschinen. Viele in den schlauchförmigen Levels versteckte Geheimnisse sorgen für Wiederspielwert.

Bewegungssteuerung ist schwer zu meistern
Der Schwierigkeitsgrad ist knackig, was vor allem an der unkonventionellen Steuerung liegt. In "Star Fox Zero" muss der Spieler nämlich zwei Bildschirme im Auge behalten. Am TV-Gerät steuert er seinen Flieger, zielen muss er mithilfe der Bewegungssensoren am Touchscreen des Wii-U-Gamepad, zwischendurch fliegt er Loopings und andere Manöver.

Gerade anfangs erfordert diese Steuerung viel Eingewöhnungszeit und birgt Frustpotenzial - etwa, wenn man wieder mal in ein Hindernis rast, weil man ins Zielen mit dem Gamepad vertieft war.

Tolles Multiplayer-Feeling dank geteilter Steuerung
Die Steuerung ist Fluch und Segen zugleich. Fluch im Einzelspielermodus, weil sie den Spieler mit ihrer Komplexität und dem Drang zum Multi-Tasking gerade anfangs schnell überfordert. Segen im Mehrspielermodus, wenn man sich die Aufgaben des Piloten und Bordschützen aufteilt und sich so in einem fesselnden lokalen Mehrspielererlebnis wiederfindet. Schade ist, dass es keinen Multiplayermodus gibt, in dem man gegeneinander spielt.

Schöne Akustik, etwas altbackene Optik
Akustisch hinterlässt "Star Fox Zero" mit den gut gesprochenen Audioschnipseln, einem pathetischen Soundtrack und schönen Soundeffekten einen guten Eindruck, grafisch merkt man dem Titel die überschaubare Hardware-Power der Wii U aber an.

Das Game läuft zwar meistens mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde, der Detailgrad - insbesondere Texturen und Modelle, etwa bei Gegnern - ist aber ausbaufähig. Zum Glück bemerkt man das wegen des hohen Spieltempos nur selten, zudem kaschiert Nintendo manche grafische Schwäche mit netten Licht- und Explosionseffekten.

Tower-Defense-Sidekick: "Star Fox Guard"
Neben "Star Fox Zero" hat Nintendo mit "Star Fox Guard" noch ein Minispiel im Star-Fox-Universum veröffentlicht. Es handelt sich um ein klassisches Tower-Defense-Game, bei dem heranrückende Gegnermassen mit Abwehrtürmen ausgeschaltet werden.

Das klappt am Touchscreen-Gamepad der Wii U tadellos und sorgt zwischendurch für gute Unterhaltung, kostet aber auch - sofern nicht im Paket gekauft - 15 Euro zusätzlich zum 40 Euro teuren Hauptspiel.

Fazit: Fans der Serie haben ein neues Abenteuer mit Fox McCloud lang herbeigesehnt und dürften sich dank vieler Anleihen bei den Vorgängern schnell heimisch fühlen. "Star Fox Zero" bietet abwechslungsreiche Raumkampf-Action, erfreut Spieler mit coolen Charakteren, gut gemachten Levels und vielen steuerbaren Vehikeln. Problem und - im Multiplayer-Modus - Tugend zugleich ist die sehr gewöhnungsbedürftige Steuerung, grafisch merkt man dem Titel zudem die Limitierungen der Hardware an. Auf der Wii U führt im Bereich Weltraum-Action trotzdem kein Weg an "Star Fox Zero" vorbei.

Plattform: Wii U
Publisher: Nintendo
krone.at-Wertung: 8/10

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