Das freie Wort

Reisebüros sind in der Krise

Ich habe im Fernsehen zufällig ein Interview mit Phillies Ramberger gesehen, der Schriftführerin des Österreichischen Vereins für Touristik. Darin beklagte sie die Probleme und Schwierigkeiten, die aufgrund der Corona-Krise auf die Reisebranche zukommt. Das ist auch vollständig nachzuvollziehen. Auch der Aufruf von unserem Bundeskanzler Sebastian Kurz, den Sommerurlaub lieber zu Hause oder in Österreich zu verbringen, wird da nicht helfen. Aber die Reisebüros werden es noch schwerer haben, wenn sie nicht jetzt richtig darauf reagieren. Ich kenne eine Reihe von Leuten, die ihren Urlaub bereits so wie ich vor der Corona-Krise für den diesjährigen Sommer nach Italien oder Spanien gebucht haben. Obwohl es fast täglich Reisewarnungen gibt und auch immer wieder die Aussage kommt, dass man nach einer Rückkehr aus dem Ausland für zwei Wochen in Quarantäne muss, kann man die Reisen ab Mai derzeit nicht kostenlos stornieren. Parallel werben Reisebüros damit, dass man jetzt mit kostenlosen Stornos kurz vor der Abreise buchen kann. Reisebüros verlieren durch die Online-Möglichkeit schon genügend Kunden. Es wäre einfach, die geleistete Anzahlung für eine nächste Buchung gutzuschreiben. Die Reisebüros würden sich damit ihre Kunden halten. Ich werde dieses Jahr mit Sicherheit nicht ins Ausland auf Urlaub fahren, dazu ist mir meine Gesundheit zu wichtig. Ich werde wohl meine Anzahlung in den Wind schreiben, aber dem Reisebüro samt dem Reiseveranstalter entgeht dann der größte Anteil der Reisekosten. Aber ich werde auch nie mehr über das Reisebüro buchen, wenn ich den Urlaub trotz Reisewarnung nicht langfristig vorher stornieren kann.

Wolfgang Runge, Wien

Erschienen am Do, 16.4.2020

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