Die Europäische Union wird sich erweitern, der Westbalkan soll zügig integriert werden. Die Beitrittskandidaten erwarten sich wirtschaftlichen Aufschwung und Sicherheit, die Europäische Union mehr Stabilität, weniger Migration und Verringerung des politischen Einflusses durch Russland und China. Mitglied der Europäischen Union zu sein bedeutet, Teil einer großen Wertegemeinschaft, die sich gegenseitig unterstützt und zu der starke Ländern mehr beitragen, zu sein. Manche Regierungschefs dürften diese Wertecharta nicht ganz verstanden haben. Sie sind Vorreiter, wenn es darum geht, EU-Bashing zu betreiben. Nationale Interessen stehen ihnen über dem gemeinsamen Europa. Brüssel ist Reibebaum und Feindbild, vor allem um bei den eigenen Wählern Stärke zu demonstrieren und von eigenen Fehlern abzulenken. Beschlüsse in der Kommission werden blockiert, Zustimmung lässt man sich teuer abkaufen. Ein spaltendes, unwürdiges Schauspiel, das Basarmethoden gleicht und nicht dem viele Jahrzehnte gelebten Regelwerk der Europäischen Union entspricht. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Westbalkan Teil der EU sein wird. Den Beitrittskandidaten muss bereits bei den Beitrittsverhandlungen klar signalisiert werden, dass die gemeinsamen Bestimmungen der Europäischen Union uneingeschränkt für alle Mitglieder gelten und proaktive Mitgestaltung erwartet wird. Bis auf wenige Länder haben sich alle in die Gemeinschaft bestens integriert und wirken konstruktiv. Eine nationalistische, spaltende Politik darf die Europäische Union neuen Mitgliedern einfach nicht mehr zugestehen.
Franz Peer, Linz
Erschienen am So, 7.6.2026
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