Zwei Jahre am WC
Anklage gegen Lebensgefährten erhoben
"Es liegen sehr ungewöhnliche Umstände vor", sagte Crosswhite. Die Anklage wegen Misshandlung einer schutzbedürftigen Erwachsenen komme dem Tatbestand aber am nächsten.
Die 35-jährige Freundin des Angeklagten saß so lange auf der Toilette, dass sich offene Wunden bildeten und ihre Haut mit dem Toilettensitz zusammenwuchs. Sie musste in einer Operation davon getrennt werden. Ärzte der behandelnden Klinik in Wichita teilten inzwischen mit, die Patientin sei möglicherweise künftig auf einen Rollstuhl angewiesen, da eine Infektion die Nerven in den Beinen geschädigt habe.
"Vielleicht morgen" aus dem Bad
Die Polizei wurde am 27. Februar von dem Freund der Frau angerufen. Er habe gesagt, "dass irgendetwas mit seiner Freundin nicht stimmt", sagte der eingesetzte Polizist. Der Freund habe sie mit Nahrung und Wasser versorgt und sie jeden Tag gefragt, ob sie nicht aus dem Bad kommen wolle. Ihre Antwort sei gewesen: "Vielleicht morgen". Der Lebensgefährte der Frau sagte danach der Nachrichtenagentur AP: "Die einzige Sache, bei der ich schuldig bin, ist, dass ich nicht schon früher um Hilfe gebeten habe".
WC war "sicherer Ort"
Der Mann hatte erklärt, seine Freundin habe sich jeden Tag etwas länger im Badezimmer aufgehalten. Irgendwann habe sie sich entschieden, den Raum nicht mehr zu verlassen - "als ob es ein sicherer Ort für sie war". Ende Februar habe seine Freundin allerdings gewirkt, als ob sie nicht ganz bei sich wäre, und er entschied sich, die Polizei zu rufen.
Schwere Kindheit
Ein Nachbar berichtete, die Frau habe eine schwere Kindheit gehabt. Ihre Mutter sei früh gestorben, und sie sei daraufhin offenbar die meiste Zeit im Haus festgehalten worden. Ihrem Freund zufolge wurde sie geschlagen.
Die Polizei fand die Frau mit heruntergelassener Hose auf dem Toilettensitz. "Sie sagte, dass sie keine Hilfe brauche, dass es ihr gut gehe, und dass sie nicht weggehen wolle", erklärte Whipple. Schließlich konnte sie aber überzeugt werden, in die 240 Kilometer entfernte Klinik nach Wichita gefahren zu werden.
Kein Gefühl mehr in den Beinen
Nach Angaben ihres Freundes war sie sich gar nicht bewusst, dass sie mittlerweile gar kein Gefühl mehr in ihren Beinen hatte. Eine Infektion habe ihre Nerven geschädigt, und möglicherweise werde sie in Zukunft im Rollstuhl sitzen. Er wolle sich nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus weiterhin um sie kümmern. Die Behörden prüfen unterdessen, ob ein Ermittlungsverfahren gegen den Mann eingeleitet wird.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.