Italien geschockt

Leichen von zwei vermissten Kindern aufgetaucht

Ausland
26.02.2008 22:53
Ein brutaler Kindermord schockt derzeit Italien. Die Leichen eines seit 2006 vermissten Geschwisterpaares sind in einem Schacht in der Gemeinde Gravina in der süditalienischen Region Apulien entdeckt worden. Die italienische Feuerwehr machte den Fund, als sie ein verunglücktes Kind aus einem Schacht befreien wollte.

Der elfjährige Bub, den die Feuerwehr am Montag befreite, war beim Ballspiel versehentlich in die Grube gestürzt. Bei der Rettung des Kindes entdeckte die Feuerwehr auch zwei Kinderleichen, die als Reste der beiden vermissten Brüder Francesco und Salvatore Pappalardo identifiziert wurden.

Buben seit beinahe zwei Jahren verschwunden
Die beiden Buben waren beim Verschwinden ihres Wohnorts im Juni 2006 elf und 13 Jahre alt gewesen. Für den Mord wird ihr Vater verantwortlich gemacht, der sich seit Dezember hinter Gittern befindet. Das Geschwisterpaar lebte beim Vater und dessen Lebensgefährtin. Nach dem Verschwinden der beiden Buben hatte die Polizei und Staatsanwaltschaft gerätselt, ob die Brüder von Kidnappern entführt wurden oder Opfer eines Gewaltverbrechens geworden sind - oder ob die eigene Mutter sie nach der Scheidung an einem "sicheren Ort" versteckt hielt.

Vater belastet und verhaftet
Im Dezember war der durch abgehörte Telefongespräche belastete Vater der Buben festgenommen worden. Sehr wahrscheinlich habe Pappalardi sie ermordet, weil ihm die beiden auf die Nerven gingen, so der Staatsanwalt von Bari, Emilio Marzano. Er schloss nicht aus, dass der Vater einen der beiden Söhne geschlagen und ihn versehentlich getötet und danach auch das zweite Kind, wahrscheinlich Zeuge des Verbrechens, umgebracht habe.

Pappalardi, der von der Mutter der beiden Brüder geschieden ist und drei weitere Kinder von seiner neuen Lebensgefährtin hat, war beschuldigt worden, die Leichen in den Wäldern unweit von Gravina verscharrt zu haben. Sie waren bisher nicht aufgefunden worden. Sogar Papst Benedikt XVI. hatte sich besorgt über den Verbleib der Kinder geäußert.

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