Aufregung um Bild

Will Clinton Obama mit diesem Foto schaden?

Ausland
26.02.2008 17:43
Der Präsidentschaftsbewerber Barack Obama wird Umfragen zufolge bei den US-Wählern immer beliebter. Wie die Zeitung "New York Times" am Montag in ihrer Online-Ausgabe berichtete, haben 45 Prozent aller Wähler eine positive Meinung von Obama. Seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton schätzen dagegen laut Umfragen lediglich 35 Prozent der Wähler. Nun wird Hillary vorgeworfen, wegen sinkender Popularität zu unfairen Mitteln zu greifen: Am Montag entbrannte in den USA eine Debatte über ein Foto, das Obama in der Kleidung muslimischer Somalier zeigt (im Bild).

Die Aufnahme war bei einem Besuch Obama 2006 in Nordkenia gemacht worden. Obamas Wahlkampfmanager David Pluoffe warf Clintons Team vor, das Foto über das Internet zu verbreiten und damit rassistische und fremdenfeindliche Vorurteile zu schüren. Dies sei "die verwerflichste, beleidigendste Panikmache in diesem Wahlkampf", sagte Pluoffe. Clintons Wahlkampfchefin Maggie Williams wies die Anschuldigungen zurück. 

Umfragen sehen Barack Obama vorne
Die Beliebtheitswerte für Obama könnten nicht besser sein: Unter weißen Männern liegt der Senator aus Illinois mit 23 Prozentpunkten vor Hillary Clinton in Führung, unter Liberalen mit 17 Prozentpunkten. Noch Anfang Februar waren in diesen Gruppen die Sympathien gleichmäßig auf beide demokratischen Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur verteilt.

Obama bei Besserverdienenden beliebt
Einen ähnlichen Vorsprung hat Obama laut der am Montag veröffentlichten Umfrage der Nachrichtenagentur AP und des Meinungsforschungsinstituts Ipsos bei Personen, die zwischen 50.000 und 100.000 Dollar jährlich (33.750 bis 67.500 Euro) verdienen. Obama führte demnach mit 46 Prozent vor Clinton mit 43 Prozent. Anfang Februar lag Clinton noch mit 5 Punkten Abstand vor Obama. Deutlich besser schneidet die Senatorin aus New York weiterhin bei Menschen über 65 Jahren, bei weißen Frauen und bei Menschen ab, deren Jahreseinkommen bei unter 50.000 Dollar jährlich liegt.

Ton verschärft sich
Eine Woche vor den entscheidenden demokratischen Vorwahlen in Texas und Ohio verschärft sich zugleich der Ton zwischen Clinton und Obama. Clinton warf ihrem Konkurrenten praktisch vor, er sei wegen vermeintlich mangelnder Erfahrung ein außenpolitisches Risiko. "Wir sehen die tragischen Ergebnisse, einen Präsidenten zu haben, der weder die Erfahrung noch die Klugheit hat, unsere Außenpolitik zu führen", sagte sie im Hinblick auf US-Präsident George W. Bush. "Das darf nicht ein zweites Mal geschehen."

Sich selbst pries die frühere First Lady als Kandidatin mit außenpolitischer Erfahrung. Anders als wohl Obama hätte sie kein Handbuch für Außenpolitik nötig, um die USA sicher zu führen. "Bei mir muss das amerikanische Volk nicht rätseln, ob ich die Themen beherrsche oder ob ich mich auf meine Berater verlassen muss, um mich mit der Weltpolitik vertraut zu machen." Obamas Ankündigung, sich ohne Bedingungen mit den Präsidenten des Iran, Nordkoreas oder Kubas zu treffen, laufe auf eine "Legitimierung von Schurken-Regimes" hinaus.

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