Job-Knigge

So verhältst du dich am Arbeitsplatz richtig

Wirtschaft
26.02.2008 11:51
In jedem Arbeitsumfeld gibt es gewisse Verhaltensweisen, die erwartet werden. Spielregeln, nach denen man sich richten sollte, wenn man akzeptiert und respektiert werden möchte. Und oft sind diese Regelwerke nicht so leicht zu durchschauen: Wie verhalte ich mich Kollegen gegenüber, wie dem Chef? Was ist erwünscht und was absolut tabu? Wie verhalte ich mich allen Regeln der Höflichkeit konform? krone.at verrät dir, welches Verhalten von dir erwartet wird.

Begrüßung
Speziell bei Meetings stellt sich oft die heikle Frage: Wer begrüßt wen und in welcher Reihenfolge? Hierfür gibt es ganz einfache Regeln: Zuerst wird begrüßt, wen man kennt. Danach kannst du dich jenen Menschen zuwenden, die dir unbekannt sind. Achtung: Bei der Vorstellung beim ersten Kontakt zählt entgegen einer alten Weisheit nicht das Alter, sondern einzig und allein die Hierarchie. Der Rangniedere stellt zuerst sich und seine Begleitung dem Ranghöheren vor.

Anrede und Titel
Wir Österreicher sind ein Volk der Titel: Magister, Doktor – einmal erworben scheint es so, als würden diese akademischen Grade den Namen ersetzen. Unter Kollegen ist es in den meisten Branchen eher unüblich, sich mit dem Titel anzusprechen. In traditionell ausgerichteten Firmen bzw. klassischen Branchen, wie unter Medizinern oder Juristen, gehört jedoch auch das zum guten Ton. Gegenüber dem Chef und auch gegenüber Kunden sollte generell immer die höflichste Form gewählt werden. Und bitte immer in der Form „Herr/Frau Magister Muster“. Auch Doppelnamen sollten immer vollständig genannt werden.

Visitenkarten
Beim Überreichen von Visitenkarten gilt: Der Rangniedere verteilt zuerst seine Karte, beginnend beim ranghöchsten Gegenüber. Der Vorstandsdirektor bekommt daher die erste Karte, dann der Regionalleiter und danach ein Abteilungsleiter. 

Du und Sie
Die Frage der persönlichen Anrede richtet sich ebenfalls stark nach der Unternehmenskultur. Heute ist in vielen Unternehmen das informelle Du durchaus an der Tagesordnung. Gerade unter Kollegen ist das Sie nicht mehr allzu gebräuchlich. Gegenüber Vorgesetzten sieht die Sache allerdings anders aus. Hier ist das Sie zu empfehlen. Nur der Ranghöhere hat das Recht, das Du-Wort anzubieten. Geschieht dies im Rahmen einer Firmenfeier, solltest du jedoch bei der nächsten Begegnung noch beim Sie bleiben – war das Du-Wort ernst gemeint und nicht nur eine Alkohol-Laune, dann wird der Vorgesetzte dich daran erinnern. 

Komplimente
Es ist wichtig, in der täglichen Zusammenarbeit auch immer wieder Bewunderung und Anerkennung für die Leistungen der Kollegen auszudrücken. Auch ein Lob dem Vorgesetzten gegenüber ist ab und zu angebracht. Allerdings nur, wenn es ernst gemeint ist – sonst verscherzt du es dir mit dem Chef und auch mit deinen Kollegen. Vorsicht mit Lob dem anderen Geschlecht gegenüber – das könnte als anzüglich und belästigend empfunden werden.

Ladies first?
Die Bevorzugung des vermeintlich schwächeren Geschlechts hat im Berufsleben nichts verloren. Der Rangniedere erweist dem Ranghöheren seinen Respekt, egal ob Mann oder Frau. Das heißt: Türen aufhalten, den Vortritt lassen, Heruntergefallenes aufheben und so weiter. Der Vorgesetzte seinerseits sollte diese Gesten aus Höflichkeit auch annehmen. 

Körperliche Nähe
Jeder Mensch hat einen natürlichen Schutzradius von etwa 40 bis 60 Zentimetern. In diesen Radius dürfen in der Regel nur Menschen, denen wir vertrauen. Daher ist es auch ein unangenehmes Gefühl, im Gedränge stehen zu müssen. Und daher ist das auch der absolute Mindestabstand, den wir im Berufsleben zueinander halten sollten. Mit Geschäftspartnern im lockeren Gespräch erhöht sich der Abstand auf einen Meter, da hier Distanz förderlich für den Austausch ist. 

Pünktlichkeit
Oftmals haben Menschen in Führungspositionen die Angewohnheit, sich bewusst zu verspäten. Sie wollen so ihre hierarchische Stellung untermauern und ihre Macht demonstrieren. Allerdings ist dies im geschäftlichen Zusammenhang ein absoluter Fauxpas und eine grobe Unhöflichkeit.

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