Liz Hawkins vom Southern Cross University's Whale Research Center im australischen Lismore belauschte im Rahmen ihrer Studie mehr als 50 Delfin-Gruppen. Dabei fand sie heraus, dass bestimmte Pfeiflaute mit speziellen Verhaltensweisen verbunden sind.
Anhand der Anfangs- und Endfrequenz sowie der Dauer des Lautes filterte die Wissenschaftlerin 186 ausgeprägte Pfeiflaut-Typen heraus, 20 davon wurden von mehr als einem Rudel benutzt. Auf der Basis der Töne teilte Hawkins die Laute in mehrere Gruppen ein. Beim Knüpfen von Kontakten nutzten die Tiere hauptsächlich flache oder ansteigende Pfiffe während "Reisegruppen" Laute im Sinus-Muster - also ständig ansteigend und wieder abfallend - verwendeten. Wahrscheinlich um gegenüber anderen Rudeln für das eigene Werbung zu machen, wie die Expertin vermutet: "Sie könnten sich miteinander unterhalten und fragen: 'Wir sind hier drüben - magst du uns Gesellschaft leisten?'"
Delfine tauschen untereinander Informationen aus
Weitere signifikante Laute konnten Tätigkeiten wie Rasten oder Essen zugeordnet werden. Hawkins räumt zwar ein, dass die Laute kein wissenschaftlich fundierter Beweis für die Existenz einer Delfin-Sprache sind, meint aber, dass es jedenfalls darauf hindeute, dass die Tiere miteinander "kontext-spezifische Informationen" austauschen. Jedenfalls, so Hawkins, sei die Kommunikation unter Delfinen wesentlich komplexer, als bisher angenommen. Um dem Mysterium der Delfin-Sprache wirklich auf den Grund zu gehen, müsse man die Tiere jedoch auch unter Wasser belauschen - Hawkins Untersuchung beschränkte sich nämlich auf jene Laute, die über der Wasseroberfläche ausgestoßen wurden.
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