Verrückter Abend für Österreichs Leichtathletik in Lignano: Erst gab es im 100-m-Finale Sieg und Platz drei durch Christania Williams (11,26) und Leni Lindner (11,35) und zum Abschluss des Bronze-Meetings die Sensation! 800-m-Spezialistin Caroline Bredlinger verpasste über 1500 m als Dritte in 4:04,63 den 30 Jahre alten österreichischen Rekord von Theresia Kiesl (4:03,02) nur um 1,61 Sekunden.
„Ich wusste nicht so recht, welche Zeit über die 1500 m für mich möglich war, so um die 4:10 hatte ich mir aber schon zugetraut“, sagte Bredlinger nach dem Rennen, bei dem sie von ihrer Mutter Uschi betreut wurde. Am Ende wurden es 4:04,63! Damit rückte sie – wie ein Blitz aus heiterem Himmel – auf den zweiten Platz der „ewigen“ ÖLV-Bestenliste über 1500 m vor. Kiesl hatte mit ihren 4:03,02 bei den Olympischen Spielen in Atlanta 1996 Bronze gewonnen.
Bestzeit pulverisiert
Die Burgenländerin, natürlich längst über 800 m für die EM in Birmingham qualifiziert, streifte mit diesem Ergebnis sogar die Direkt-Norm über 1500 m für die EM, die 4:03,50 beträgt. Da sieht man, welche sagenhafte Zeit sie in Lignano als 800-m-Spezialistin lief. Heuer hatte sie als Hallen-Staatsmeisterin in Wien mit 4:16,31 ihre zuvor persönliche Bestzeit aufgestellt. In Lignano lief sie rund zwölf Sekunden schneller ...
„Die ersten 1000 m waren mir noch recht leichtgefallen, dann wurde es klarerweise aber härter“, erzählte Bredlinger, die auf den letzten 200 m jedoch noch einmal großartig zulegen konnte. So kam sie hinter der Australierin Claudia Hollingsworth (Meetingrekord mit 4:00,70) und der US-Amerikanerin Annika Reiss (4:03,54) ins Ziel. Wahrhaft eine unglaubliche Überraschung für Österreichs Leichtathletik …
Williams jetzt Nummer 3
Zuvor hatten auch die Sprinterinnen aufgetrumpft: Für Williams war es die schnellste Zeit, seitdem sie für Rot-Weiß-Rot startberechtigt ist. Damit schob sie sich in der „ewigen“ ÖLV-Bestenliste über 100 m auf den (gemeinsamen) dritten Platz vor. Nur Isabel Posch (11,10) und Karin Mayr-Krifka (11,15) liegen da noch vor ihr.
Christiana „Cheetahbaby“ Williams stammt aus Jamaika, sie hatte vor einem Jahr in St. Pölten ihren Trainer Philipp Unfried geheiratet und ist nach ihrer Einbürgerung natürlich startberechtigt für Österreich. Mit Jamaika hatte sie 2016 in Rio mit der 4 x 100-m-Staffel Silber gewonnen, vor zehn Jahren war sie sogar zweimal unter 11,00 gelaufen (10,96 und 10,97). Aber auch mit 31 Jahren zeigt Williams, wie stark sie noch ist und welche Verstärkung sie für die heimische Leichtathletik ist – vor allem für die rot-weiß-rote Sprintstaffel.
Dlauhy Dritte in Karlstad
Beim Folksam Grand-Prix in Karlstad hatte ebenfalls gestern Anja Dlauhy über 400 m Hürden in 55,95 den dritten Platz belegt. Dies war ihre drittbeste Zeit in der Karriere.
„Ewige“ ÖLV-Bestenliste über 1500
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