Hohe Kosten

Gehaltskonten sind teuer

Wirtschaft
27.07.2007 16:18
Bankkunden bezahlen im Schnitt 70 Euro im Jahr für ein Gehaltskonto. Die Überziehungszinsen sind hoch, die Guthabenzinsen hingegen kärglich. Nebenspesen, wie etwa Zahlscheingebühren oder Spesen für die Nichtdurchführung von Dauer- und Abbuchungsaufträgen, kommen den Bankkunden teuer. Das zeigt ein Test der Arbeiterkammer (AK) von 41 Kontomodellen bei 19 Banken in Österreich.

"Man kann Kontokosten sparen, indem man Zinsen verhandelt, teure Transaktionen meidet und Spesen vergleicht", rät AK-Konsumentenschützer Christian Prantner.

Kosten für Gehaltskonten
Ein Gehaltskonto für "Normalnutzer" hat durchschnittlich 240 Buchungen pro Jahr und kostet mit Einzelverrechnung von 33 (BAWAG) bis zu 149 Euro (Bank für und Vorarlberg), mit Pauschalverrechnung von knapp 2 (easybank) bis 166 Euro (BA-CA) im Jahr. Bei Pauschalkonten gebe es große Preis- und Leistungsunterschiede: In der Kontoführungsgebühr kleinerer Pakete seien meist automatisierte Buchungen, Webbanking, Kontoauszüge per Kontoauszugsdrucker und eine Bankomatkarte enthalten. Teurere Pakete haben auch Dauerauftragsänderungen, beleghafte Buchungen, Kreditkarten mit und ohne Versicherungsschutz.

Guthabenzinsen gering
Die Guthabenzinsen sind laut Arbeiterkammer hingegen gering: 0,125 Prozent (Bank für Tirol und Vorarlberg, Erste Bank, Bank Austria, Hypo Alpe Adria, Hypo OÖ, PSK, RLB NÖ Wien, Sparda Bank Wien, Volksbank Wien, Wiener Spar- und Kreditinstitut) bis zu 1,75 Prozent (Österreichische Verkehrskreditbank, easybank) sind das Höchste der Gefühle. Wer sein Konto überzieht, zahlt dafür im Schnitt satte 9,5 Prozent.

Tipp: Internet-Banking und Konditionen verhandeln
Beleglose Überweisungen per Mausklick seien tendenziell günstiger als am Schalter, nämlich um bis zu 85 Cent. "Die Zahlscheinspesen etwa auf ein institutsfremdes Konto betragen zwei bis fünf Euro", so Konsumentenschützer Prantner. Vier von zehn Banken haben den Angaben zufolge die Zahlscheinspesen kräftig angehoben. Im Vergleich zur AK-Erhebung 2004 hätten Preissteigerungen zwischen 13 und 67 Prozent stattgefunden. 

Wer sein Konto über dem Kontorahmen überzieht, zahlt nicht nur zusätzlich fünf Prozent Strafzinsen, sondern womöglich Spesen für die Nichtdurchführung von Abbuchungsaufträgen, so die AK. Die Spesen betragen zwischen vier und zehn Euro, wobei die Spesen der Fremdbank noch hinzukommen können, was dann insgesamt rund 14 Euro ausmachen könne.

Die Konsumentenschützer der AK raten daher, über Guthaben- und Überziehungszinsen zu verhandeln. Weiters solle man sich regelmäßig erkundigen, wie hoch Überziehungsrahmen und -zinsen sind. Außerdem solle man Zahlscheineinzahlungen am Schalter vermeiden, da sie bis zu fünf Euro kosten können und regelmäßig seine Kontoauszüge überprüfen, um eventuelle Fehler unverzüglich reklamieren zu können.

Überblick über Kosten für ein "Minus" am Gehaltskonto (Überziehungszinsen innerhalb des Rahmens):

direktbank.at ........................................ 6,750 Prozent

Österreichische Verkehrskreditbank ........... 8,250 Prozent

easybank / 
Wr. Spar- u. Kreditinstitut / Volksbank Wien 9,000 Prozent

Oberbank / Generali Bank ........................ 9,125 Prozent

Erste Bank / BAWAG / Hypo NÖ ................ 9,500 Prozent

Bank Burgenland / Sparda Bank ................ 9,750 Prozent

Hypo OÖ ............................................. 10,000 Prozent

Hypo Alpe Adria .................................... 10,250 Prozent

Bank für Kärnten und Steiermark .............. 11,375 Prozent 

PSK .................................................... 12,000 Prozent

Bank für Tirol und Vorarlberg .................... 12,750 Prozent

Bank Austria Creditanstalt ....................... 13,250 Prozent

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