Justizirrtum

100 Millionen Dollar für vier unschuldig Verurteilte

Ausland
26.07.2007 18:49
Jahrzehntelang sind vier Amerikaner wegen eines 1965 verübten Mordes unschuldig im Gefängnis gesessen. Und das, obwohl das FBI wußte, dass die Verurteilung ein Justizirrtum war. Am Donnerstag erhielten die beiden noch lebenden Verurteilten und die Familien ihrer zwei verstorbenen Schicksalsgenossen von einem Bundesgericht in Boston eine Entschädigung von 101 Millionen Dollar (74 Millionen Euro) zugesprochen.

Richterin Nancy Gertner nannte die Argumentation der US-Bundesbehörden absurd, das FBI sei nicht verpflichtet gewesen, den Sachverhalt aufzuklären. Die Anwälte der Kläger argumentierten, der damalige Hauptbelastungszeuge, Mafia-Killer Joseph "Das Tier" Barboza, habe die vier Unschuldigen als Täter genannt, um einen kriminellen FBI-Informanten zu schützen.

Ihre Mandanten seien vom FBI als "akzeptabler Kollateralschaden" eingestuft worden. Damals ging es der Bundespolizei vor allem darum, die Mafia mit Hilfe von Informanten zur Strecke zu bringen. Die Unschuld der Männer kam ans Licht, nachdem 2001 FBI-Unterlagen zu dem Mordfall öffentlich zugänglich gemacht wurden.

Symbolbild

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
26.07.2007 18:49
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung