12.07.2007 07:17 |

Flehen um Sohn

Deutsche Irak-Geisel nach 155 Tagen frei

Nach 155 Tagen Geiselhaft haben die Entführer die Deutsche Hannelore Krause im Irak frei gelassen - ihren 20 Jahre alten Sohn halten sie weiterhin gefangen. Die mit einem irakischen Professor verheiratete 62-Jährige appellierte nach ihrer Freilassung an die deutsche Regierung, die Bundeswehr aus Afghanistan abzuziehen und damit das Leben ihres Sohnes zu retten. Mutter und Sohn waren am 6. Februar mit Waffengewalt aus ihrer Wohnung in der irakischen Hauptstadt verschleppt worden.

"So sehr wir erleichtert sind über die Freilassung von Hannelore Krause, so bleibt die Ungewissheit über das Schicksal des Sohnes", sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier in Berlin. Er sicherte zu, die Bundesregierung werde weiter alles tun, um auch den jungen Mann möglichst schnell frei zu bekommen. Man arbeite "mit Hochdruck an der Freilassung des Sohns", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.

Krause und ihr Sohn waren am 6. Februar aus ihrem Haus in der irakischen Hauptstadt von mehreren bewaffneten Männern verschleppt worden. Die Täter nennen sich "Brigade der Pfeile der Rechtschaffenheit". Nach wie vor ist unklar, ob es sich bei der Entführergruppe um politisch motivierte Täter oder Lösegeld-Erpresser handelt. Ultimaten der Entführer nach dem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan waren ergebnislos verstrichen. Auch Bundespräsident Horst Köhler hatte in einer Videobotschaft an die Geiselnehmer appelliert, ihre Opfer freizulassen.

Mehrmals hatten die Geiselnehmer Video-Botschaften ins Internet gestellt. In einer dieser Aufnahmen flehte die Frau die Bundesregierung an: "Bitte lassen Sie uns nicht hier sitzen, wir sind doch auch Deutsche." Sie hatte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel eindringlich um Hilfe gebeten. Krause war am 14. April in Geiselhaft 62 Jahre alt geworden. Sie hat zwei weitere Kinder, die in Berlin und Dortmund leben.

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