Flehen um Sohn
Deutsche Irak-Geisel nach 155 Tagen frei
"So sehr wir erleichtert sind über die Freilassung von Hannelore Krause, so bleibt die Ungewissheit über das Schicksal des Sohnes", sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier in Berlin. Er sicherte zu, die Bundesregierung werde weiter alles tun, um auch den jungen Mann möglichst schnell frei zu bekommen. Man arbeite "mit Hochdruck an der Freilassung des Sohns", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.
Krause und ihr Sohn waren am 6. Februar aus ihrem Haus in der irakischen Hauptstadt von mehreren bewaffneten Männern verschleppt worden. Die Täter nennen sich "Brigade der Pfeile der Rechtschaffenheit". Nach wie vor ist unklar, ob es sich bei der Entführergruppe um politisch motivierte Täter oder Lösegeld-Erpresser handelt. Ultimaten der Entführer nach dem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan waren ergebnislos verstrichen. Auch Bundespräsident Horst Köhler hatte in einer Videobotschaft an die Geiselnehmer appelliert, ihre Opfer freizulassen.
Mehrmals hatten die Geiselnehmer Video-Botschaften ins Internet gestellt. In einer dieser Aufnahmen flehte die Frau die Bundesregierung an: "Bitte lassen Sie uns nicht hier sitzen, wir sind doch auch Deutsche." Sie hatte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel eindringlich um Hilfe gebeten. Krause war am 14. April in Geiselhaft 62 Jahre alt geworden. Sie hat zwei weitere Kinder, die in Berlin und Dortmund leben.
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