03.05.2007 16:46 |

"Pakt für den Irak"

Irak-Konferenz in Sharm el-Sheikh

Mehrere Staaten haben dem Irak zum Auftakt einer Wiederaufbau- und Sicherheitskonferenz im ägyptischen Badeort Sharm el-Sheikh die Schulden erlassen. Ägypten, Slowenien, Bulgarien und Polen seien bereit, ihre Forderungen gegen sein Land ganz oder teilweise abzuschreiben, sagte der irakische Finanzminister Jabor am Donnerstag.

Bei der internationalen Außenministerkonferenz zur Lage im Irak soll es vor allem um Terrorismusbekämpfung und Finanzhilfen gehen. Vertreten sind über 30 Staaten. Zu den Konferenzteilnehmern gehören unter anderem US-Außenministerin Condoleezza Rice und der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki. Ministerpräsident Maliki eröffnete die bis Freitag dauernde Tagung mit der Forderung nach einem Schuldenerlass, Rice nutzte die Konferenz zu Gesprächen mit ihrem syrischen Kollegen Mouallem.

Während des Treffens wollen Minister aus 50 Ländern und Vertreter internationaler Organisationen über Wirtschafts- und und Sicherheitsfragen beraten. Der Irak, der die drittgrößten nachgewiesenen Erdölvorräte der Welt besitzt, kämpft auch vier Jahre nach dem von den USA angeführten Krieg um seinen wirtschaftlichen Wiederaufbau. Als Teil des internationalen Hilfspakts für den Golfstaat verzichtet Ägypten auf seine Forderungen in Höhe von 800 Millionen Dollar.

200 Millionen Euro von der EU
Slowenien, Bulgarien und Polen seien bereit, auf 80 Prozent ihrer Forderungen zu verzichten. Die EU werde 200 Millionen Dollar geben, weitere Zusage erwartet der irakische Finanzminister von einigen asiatischen Ländern. Jabor hatte die Auslandsschulden seines Landes im April auf 140 Milliarden Dollar beziffert.

Der saudi-arabische Außenminister Prinz Saud al-Faisal bekräftigte die Zusage, dem Irak 80 Prozent seiner Schulden in Höhe von 15 Milliarden Dollar zu erlassen. Jabor ergänzte, ein russisches Angebot habe sein Land als inakzeptabel zurückgewiesen. Russland habe angeboten für eine Beteiligung an einem Ölfeld im Irak auf seine Forderungen zu verzichten.

Frage nach Abzug von US-Truppen bleibt offen
Eine Diskussion über einen Abzugstermin für die US-Truppen im Irak soll es bei dem Treffen nicht geben. Ein Mitarbeiter des irakischen Außenministers Hoschiar Sebari sagte am Mittwoch vor Journalisten in Bagdad, die Regierung wolle nicht, dass die Frage des Truppenabzugs in der Schlusserklärung der Außenminister überhaupt erwähnt werde.

Sebari fügte hinzu, der Truppenabzug sei bei den Vorbereitungstreffen für die zweitägige Konferenz der einzig strittige Punkt gewesen. Die zur Schiiten-Allianz von Ministerpräsident Nuri al-Maliki gehörende Bewegung des radikalen Predigers Muktada al-Sadr erklärte, 133 der insgesamt 275 Abgeordneten des Parlaments forderten einen Zeitplan für den Abzug aller ausländischen Truppen.