01.05.2007 15:23 |

Türkei-Proteste

Türkische Polizei verhaftet 600 Demonstranten

Die türkische Polizei hat am Dienstag in Istanbul 580 Demonstranten festgenommen. In der 14-Millionen-Stadt kam es zu Straßenschlachten, die Exekutive setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Auch eine offizielle Kundgebung zum Maifeiertag bereitet Probleme. Die Behörden befürchten weitere Ausschreitungen.

In der Stadt sind 17.000 Polizisten im Einsatz. Es wird befürchtet, dass sie sich die offizielle Mai- Kundgebung in eine Protestveranstaltung gegen den islamistischen Präsidentschafts-Kandidaten der Regierungspartei AKP verwandeln könnte.

Schulen geschlossen, historischer Platz ist Sperrgebiet
Zuvor hatten einige hundert Demonstranten versucht, in Erinnerung an einen Anschlag vor 30 Jahren auf eine Kundgebung zum Istanbuler Taksim-Platz zu marschieren. Auch hier setzte die Polizei Tränengas ein. Die Behörden hatten den Bereich zum Sperrgebiet erklärt, Schulen blieben geschlossen.

Unbekannte hatten auf dem Platz 1977 auf zehntausende Demonstranten einer Mai-Kundgebung geschossen. 34 Menschen kamen ums Leben, wobei die meisten in der nach den Schüssen ausgebrochenen Panik zu Tode getrampelt wurden.