Mehr als 600 Menschen hat Euler befragt, 459 Frauen und 153 Männer. Ergebnis: "Mehr als 80 Prozent der Frauen haben schon einmal an einem Kleidungsstück des Partners gerochen und zwei Drittel sogar schon einmal in einem geschlafen." Bei den Männern sind es gerade einmal 34 Prozent. "Die typische Reaktion der Männer auf unsere Frage war ein: 'Hä? Wer macht denn so was?'"
Geruch beruhigt
Die Motive der "Riecher" seien zudem unterschiedlich: "Wenn ein Mann mal schnuppert, dann meistens nur, weil es gut riecht. Frauen machen es, um Nähe aufzubauen und bei ihrem Partner zu sein." Wenn die Wissenschaftler nach Gründen fragten, kam von den Männern Schulterzucken, von den Frauen hingen sehr emotionale Antworten: Weil ich mich ihm nahe fühle; weil mich der Duft beruhigt; weil ich mich geborgen fühle.
Eine mögliche Erklärung: Früher brauchten Männer für die Jagd ein gutes Auge und schnelle Reflexe. "Frauen mussten aber sehr genau wissen, ob sie die Nahrung noch ihrem Kind geben konnten oder ob die Beeren bekömmlich waren. Daraus resultiert noch heute ein Geruchssinn, der dem männlichen überlegen ist."
Bedeutung beim Sex gering
Bei der Sexualität hat der Faktor Geruch abgenommen. "Der Mensch ist das einzige Säugetier, bei dem das Männchen nicht riecht, ob das Weibchen empfänglich ist", erklärt der Professor. Das Sprichwort "jemanden nicht riechen können" hat aber durchaus seinen Sinn. "Der Geruch ist ein Faktor, der eine Beziehung stärken oder schwächen kann. Auch wenn wohl keiner die Flucht ergreift, wenn er den anderen mal ohne Deo ertappt."
Bild: Peter Tomschi
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