Verstecke gestürmt
200 Mafiosi in Neapel festgenommen
"Der heutige Erfolg ist eine Bestätigung dafür, dass der Kampf gegen das organisierte Verbrechen aufgenommen und gewonnen werden kann", sagte einer der Verantwortlichen der Aktion. Wie die Behörden weiter berichteten, gab es "teilweise massive Proteste" von Seiten der Anwohner gegen die Polizei. Das Fernsehen zeigte Bilder, auf denen die Menschen die Festnahmen regelrecht verhindern wollten. Teilweise versuchten sie, die Abfahrt von Gefangenenwagen der Carabinieri zu blockieren.
Auch viele Frauen kamen in Untersuchungshaft, unter anderem die Tochter eines Bandenchefs. Den Angaben zufolge verdienen die verschiedenen Clans der Camorra, wie die lokale Mafia im Raum Neapel genannt wird, allein mit dem Drogenhandel rund 250 Millionen Euro im Monat. Neapel gilt seit Jahrzehnten als Hochburg des Verbrechens in Italien.
"Die heutige Aktion war wichtig, weil sie die Clans von den Aktivitäten abschneiden, bei denen sie am meistem einnehmen", sagte ein Experte der Anti-Mafia-Kommission im römischen Parlament. "Das organisierte Verbrechen muss verarmen, damit es besiegt werden kann."
In den vergangenen Jahren kam es in Neapel immer wieder zu blutigen Rachefeldzügen verfeindeter Clans, bei denen teilweise innerhalb von Monaten über 100 Menschen umgebracht wurden. Zur Eindämmung der Gewalt hatte die Regierung in Rom Ende vergangenen Jahres angekündigt, weitere 1.000 Polizisten nach Neapel zu schicken. Zudem sollte es an "kritischen Punkten" Video-Überwachung geben.
Symbolbild
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