Streit im Job

Was tun, wenn die Fetzen fliegen?

Wirtschaft
13.02.2007 08:02
Im Büro herrscht wieder einmal dicke Luft. Du kommst mit deinem Kollegen einfach nicht klar, und wie immer hat sich alles an einer Kleinigkeit entzündet. Die Arbeitsatmosphäre ist angespannt, und effektives Arbeiten ist kaum mehr möglich. Konflikte am Arbeitsplatz beeinflussen dich in vielerlei Hinsicht. Was du dagegen unternehmen kannst, erfährst du hier.

Klar kommt es immer wieder vor, dass man einfach unter Stress steht, und daher nicht unbedingt zimperlich miteinander umgeht. Meistens ist dann aber nach der Stressspitze alles wieder in Ordnung und ihr kommt gewohnt gut miteinander aus – das Arbeiten macht Spaß! 

Problematisch werden Reibereien erst dann, wenn sie kein Ende mehr nehmen, wenn man eigentlich nicht mehr miteinander sondern gegeneinander arbeitet, wenn Fallen gestellt werden und wenn die Sprache zunehmend aggressiv wird. An ein konstruktives Arbeiten ist dann kaum mehr zu denken. Und im schlimmsten Fall leiden auch die Gesundheit, das allgemeine Wohlbefinden und der eigene Selbstwert unter der belastenden Situation. Aber wie kommt es überhaupt zu einer derartigen Situation?

Entstehung von Konflikten
Konflikte entstehen meist durch Unterschiede oder auch durch zu ähnliche Ziele. Entweder sind es unterschiedliche Arbeitsmethoden und Arbeitsauffassungen, wie z.B. wenn ein sehr dynamischer mit einem traditionsbewussten Menschen zusammenarbeitet. Oder ein pflichtbewusster Kollege an einen gleichgültigen Mitarbeiter gerät. Eine andere Variante ist jene, dass die Motivationen meist in punkto Karriereambitionen derart ähnlich sind, dass ein Miteinander kaum mehr möglich ist. Schließlich gibt es nur einen Abteilungsleiter-Posten. Bekommt den dann man selbst, und nicht der Kollege, dann sind Reibereien aufgrund von Neid und Missgunst kaum mehr zu vermeiden.
 
Weitere Konfliktursachen sind Informationsmangel, Stress und Zeitdruck, unklare oder nicht erfüllbare Aufgaben, mangelnde Anerkennung, fehlende Bereitschaft zur Zusammenarbeit, grobe Umgangsformen sowie Vorgesetzte, die sich nicht ums Arbeitsklima kümmern und Konflikte weiter anheizen. Doch Konflikte sind sehr aufreibend und energieraubend. Es sollte daher im Interesse aller Beteiligten liegen, eine Lösung zu finden.

So wird es schlimmer…
Schnippisches Herumgerede und Streitgespräche führen meist nicht weit – im Gegenteil. Herabsetzende Formulierungen, wie „Dein Verhalten ist idiotisch“, oder „ Das ist wieder mal typisch für dich“ oder auch das Mithineinziehen von anderen Kollegen oder einem Vorgesetzten machen es meist nur schlimmer. Ebenso wenig bringt es, einfach nur zu hoffen, dass dein Kollege früher oder später aufgeben und gehen wird. Ein aktives Lösen des Konflikts ist gefragt – je früher desto besser. Denn je länger der Konflikt schwelt, desto schwieriger wird es, ihn aus der Welt zu schaffen.

Und so geht’s... 
Suche das Gespräch mit deinem Kollegen. Der erste Schritt ist immer der schwierigste, aber er bringt dich in die vorteilige Situation, handeln zu können, statt nur zu leiden. Du solltest euren Konflikt offen thematisieren, und aussprechen, dass du dich mit der derzeitigen Situation unwohl fühlst. Betone, dass dir an einer gemeinsamen Lösung viel liegt. Wichtig ist dabei vor allem, dass du auf Schuldzuweisungen verzichtest, und möglichst ohne Ärger mit deinem Kollegen sprichst. Dafür solltest du dir selbst bewusst machen, dass sein Verhalten aus seiner Warte gerechtfertigt ist, genauso wie deines. 

Weiters solltest du herausfinden, was die Motivation deines Kollegen ist, dass er sich so verhält, wie er es tut. Denn nur wenn du diese Motivation kennst, hast du eine Chance, die Konfliktursache zu erkennen und eine gemeinsame Lösung mit deinem Kollegen zu entwickeln. Gleichzeitig solltest du auch deine Beweggründe aussprechen, damit dein Kollege auch deine Seite kennt. 

Die wohl schwierigste Aufgabe besteht nun darin, Gemeinsamkeiten in euren Antrieben zu finden, und davon ausgehend eine Lösung zu erarbeiten. Entzündet sich euer Konflikt ständig an unterschiedlichen Arbeitsmethoden, so kann die Lösung darin bestehen, eine Kombination eurer Arbeitsstile auszuprobieren. 

Konflikte als Chance
So unangenehm Konflikte auch sind, so sind sie oft auch der Motor für entscheidende Weiterentwicklungen. Du lernst dich selbst, und auch deine Kollegen besser kennen, man entwickelt neue Ideen und neue Arbeitsmethoden. Wichtig ist nur, das Positive an Konflikten zu suchen, und sich nicht in einer Negativ-Spirale aufzugeben. Und schließlich schweißen Konflikte auch zusammen – denn nicht selten sind aus Erzfeinden auch Freunde oder zumindest gute Kollegen geworden. 

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