03.02.2007 19:45 |

Fußball-Krawalle

Polizist bei Krawallen in Italien getötet

Schwere Ausschreitungen im italienischen Fußball: Bei heftigen Krawallen von Fans am Rande des italienischen Ligaspiels zwischen Catania Calcio und US Palermo ist am Freitagabend ein 38-jähriger Polizist ums Leben kommen, ein zweiter befindet sich noch in Lebensgefahr. Weitere 100 Menschen wurden leicht verletzt, berichteten italienische Medien.

Der kommissarische Präsident des Italienischen Fußball-Verbandes (FIGC), Luca Pancalli, sagte daraufhin auf unbestimmte Zeit den Spielbetrieb in allen italienischen Profiligen ab. Davon betroffen ist auch das Spitzenspiel zwischen Inter Mailand und AS Rom am Sonntagabend.

"So eine drastische Entscheidung ist in Italien bisher noch nie getroffen worden", kommentierte die Nachrichtenagentur Ansa. "Es wird nicht weitergespielt, bis diese Gewalttäter nicht gefasst sind. Dies sind kriminelle Akte und als solche müssen sie bekämpft werden", sagte Pancalli. Insgesamt neun Randalierer seien nach den Ausschreitungen festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Das italienische Fernsehen brachte Sondersendungen zu den Ausschreitungen.

Die italienische Regierung will bei einem am kommenden Montag geplanten Gipfeltreffen schärfste Maßnahmen zur Bekämpfung der Gewalt im italienischen Fußball ergreifen, so Regierungschef Prodi. Die Polizeigewerkschaft Silp drohte mit Streik und machte die Klubs für den Tod des Polizisten verantwortlich. Drastische Maßnahmen forderte der Präsident der italienischen Spielergewerkschaft AIA, Sergio Campana, der für einen einjährigen Stopp der Meisterschaft einstand.

Von Sprengkörper in Gesicht getroffen
Die Staatsanwaltschaft von Palermo ordnete unterdessen die Obduktion der Leiche des 38-jährigen Polizisten an, der bei den Krawallen vor dem Stadion Angelo Massimino in seinem Dienstwagen sitzend von einem Sprengkörper im Gesicht getroffen wurde. Kritisch ist noch der Zustand eines weiterer Polizisten, der mit schweren Verletzungen ins Spital eingeliefert wurde. Weiters wurde die Beschlagnahmung des Stadions Angelo Massimino beschlossen. Dies kündigte der Staatsanwalt von Catania, Renato Papa, nach einer Überprüfung an.

In der Nacht auf Samstag wurden Dutzende von Ultras der beiden Klubs von der Polizei verhört. Neun Catania-Ultras, darunter vier Minderjährige, wurden festgenommen. Sie werden für die Krawalle, aber nicht für den Tod des Polizisten verantwortlich gemacht. Nach ersten Ermittlungen wurden die Ausschreitungen von Catania-Fans ausgelöst, die Palermo-Ultras mit Knallkörpern und Steinen angegriffen hatten. Unterdessen kündigte der Präsident von Catania Calcio, Antonino Pulvirenti, seinen Rücktritt an.

"Wir haben heute alle verloren"
Am Ende gewann Palermo die Partie mit 2:1, doch das interessierte kaum noch jemanden. "Das sind Verbrecher. Wir haben heute alle verloren", sagte der Vereinspräsident von US Palermo, Maurizio Zamparini.