„Das vom ÖVP-Verteidigungsminister geschlossene Kasernen-Paket wird wieder aufgemacht“, ist der Micheldorfer SPÖ-Bundesrat Ewald Lindinger zuversichtlich, dass eine Fehlentscheidung rückgängig gemacht wird: „Ich hab´ schon einen Termin bei Darabos.“ Auch Oberösterreichs SP-Chef Erich Haider bricht eine Lanze für die Kremstal-Kaserne, die vor 23 Jahren um 32 Millionen Euro gebaut wurde - als Alpen-Bastion für die damalige Landwehr, die´s nicht mehr gibt: „Wir wollen ein Katastrophenschutzzentrum daraus machen, weil dort das Brückenbaugerät der Landesregierung stationiert ist, das im Notfall von mindestens vierzig speziell ausgebildeten Pionieren bedient werden muss, die´s aber gar nicht mehr gibt“, klagt der Landes-Vize, dass im ganzen Land nur noch ein kleiner Bau-Pionierzug stationiert ist: „Acht Rekruten, die für den nächsten Hochwassereinsatz auch mit Stiefeln ausgerüstet sind…“
Während im Herbst in Kirchdorf noch 600 Jungmänner in die aufgegebene Kaserne einrücken werden, ist die einstige Heereshochburg Ebelsberg zur Kapitulation verurteilt: Nur noch 100 Wehrdiener stehen 300 Berufssoldaten auf 173.330 Quadratmetern gegenüber. Diese kostbaren Baugründe wären leichter zu vermarkten als die bedrohte Kirchdorfer oder die gesperrte Steyrer Kaserne, die seit fünf Jahren Käufer sucht.
Foto: Jack Haijes
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