19.12.2017 13:10 |

Tragödie in den USA

3 Tote, 100 Verletzte: Zug fuhr 70 km/h zu schnell

Der am Montag im US-Bundesstaat Washington entgleiste Zug ist nach Behördenangaben viel zu schnell unterwegs gewesen. Auf einer Strecke, auf der 48 km/h erlaubt sind, sei er mit 128 km/h entlanggerast, teilten Ermittler der Verkehrsbehörde am Dienstag mit. Bei dem Unglück waren mehrere Waggons von einer Brücke auf einen stark befahrenen Highway gestürzt. Drei Menschen kamen ums Leben, rund 100 weitere Personen wurden teils schwer verletzt.

Der Amtrak-Zug war auf dem Weg von der Metropole Seattle nach Portland im Bundesstaat Oregon und entgleiste in einer Kurve nahe der Stadt DuPont. Mehrere Waggons stürzten von der Eisenbahnbrücke auf die Interstate 5 und beschädigten in der Hauptverkehrszeit fünf Autos und zwei Lastwagen. Laut Polizei gab es drei Todesopfer, etwa 100 Menschen seien mit teils schweren Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert worden.

Es sei "zu früh zu sagen", warum der Zug mit rund 80 Passagieren an Bord so schnell fuhr, hieß es. Die Geschwindigkeitsangabe sei eine Schätzung auf der Grundlage von Messungen eines Datenrekorders in der Lokomotive. Der Zug habe die neu instand gesetzte Strecke zum ersten Mal befahren - neue Lokomotiven, modernisierte Schienen und eine bessere Signaltechnik sollten die Fahrt zwischen Seattle und Portland verkürzen.

Warnungen wurden ignoriert
In den vergangenen Monaten hatten Lokalpolitiker und Behördenvertreter mehrfach Sicherheitsbedenken geäußert. Sie sorgten sich besonders um die hohe Geschwindigkeit der Züge in den Kurven. Die Verkehrsbehörde des Bundesstaates Washington versicherte aber, es habe wochenlang Inspektionen und entsprechende Versuche gegeben.

Die neuen Lokomotiven sind zwar mit einer Technologie ausgestattet, die die Geschwindigkeit der Züge kontrolliert und sie in Gefahrensituationen automatisch abbremst - die Technologie sollte aber erst im kommenden Jahr vollständig genutzt werden, wenn sie auf der gesamten Strecke einsatzbereit ist.

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