01.12.2017 15:09 |

Elektronisch nutzlos

Erfindung aus Wien soll gegen Handysucht helfen

Ein ungewöhnliches Stück Kunststoff und dazu noch Murmeln aus dem Mineral Howlith - die jüngste, weltweit für Aufsehen sorgende Kreation des Wiener Designers Klemens Schillinger, der damit eine spezielle Form der Abhängigkeit bekämpft. Denn sein Ersatztelefon, das elektronisch nutzlos ist, soll das Smartphone ersetzen.

Schillinger verspricht mit seinem Wunderding Heilung von der Handysucht. "Rollen, wischen, zoomen - meine Erfindung kann in fünf verschiedenen Modellen fast alles. Denn meine Kugeln bewegen sich, wann immer sie mit den Fingern berührt werden. Und das erweckt beim Benutzer den Eindruck, dass er ein echtes Smartphone in der Hand hält", so der sympathische "Düsentrieb".

"Mein Zugang zur Materie ist ein therapeutischer"
Schillinger vergleicht die von britischen Forschern wissenschaftlich bestätigte Smartphone-Abhängigkeit und von Psychologen als unbewusstes Kontrollverhalten bezeichnete Sucht mit der Nikotinabhängigkeit. "Beides muss geheilt werden. Mein Zugang zu der Materie ist also durchaus ein therapeutischer."

Weitere Erfindung von Schillinger gegen die Handysucht: eine sogenannte Offline-Lampe, die nur leuchtet, wenn in eine eingebaute Lade am Podest ein kleines Objekt gelegt wird. Schillinger noch einmal schmunzelnd: "Am besten funktioniert mein kleiner handlicher Beleuchtungskörper mit dem Smartphone." Beide Gerätschaften sollen bald in Serie hergestellt werden.

Mark Perry, Kronen Zeitung

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