Mi, 18. Juli 2018

Präsidenten-Neffe:

18.11.2017 17:40

"Mugabe will lieber sterben als zurücktreten"

Immer mehr Menschen fordern den Rücktritt des derzeit unter Hausarrest gestellten simbabwischen Langzeitmachthabers Robert Mugabe. Am Samstag versammelten sich Tausende Menschen vor der Residenz des Präsidenten in der Hauptstadt Harare und protestierten lautstark. Soldaten hielten die Menge davon ab, das Gebäude zu stürmen. Obwohl seine Stunden als Staatschef wohl gezählt sein dürften, will Mugabe nicht aufgeben. Er würde "lieber sterben als das Amt abgeben", richtete sein Neffe Patrick Zhuwao der Öffentlichkeit aus.

Mugabe habe nicht die Absicht, den Staatsstreich zu legitimieren. Zhuwao sprach von einem geheimen Ort aus mit der Nachrichtenagentur Reuters und sagte, der 93-jährige Mugabe habe in den vergangenen Tagen kaum geschlafen, sei aber sonst bei guter Gesundheit.

Mugabe - mittlerweile der älteste Staatschef der Welt - hatte das ehemalige Rhodesien 1980 in die Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Großbritannien geführt. Er war zunächst Regierungschef, bevor er 1987 Präsident wurde. Mugabes Gegner werfen ihm einen autoritären Regierungsstil vor und machen ihn für die grassierende Misswirtschaft verantwortlich.

Proteste an jenem Ort, wo Mugabe seine erste Rede hielt
Veteranen des Unabhängigkeitskrieges gegen Großbritannien hatten nach der Machtübernahme des Militärs zu der Demonstration aufgerufen. Den Stadtteil Highfield wählten sie dabei bewusst als Veranstaltungsort aus: Dort hatte Mugabe nach seinem Amtsantritt im Jahr 1980 als Regierungschef seine erste Rede gehalten.

Die Stimmung bei der Kundgebung war ausgelassen und friedlich: Die Demonstranten tanzten, pfiffen und bejubelten Soldaten, die die Proteste ausdrücklich begrüßt hatten. "Das ist der beste Tag in meinem Leben. Wir hoffen auf ein neues Leben nach Mugabe", sagte etwa der 38-jährige Sam Sechete.

Regierungspartei will Mugabe als Chef ablösen
Selbst Mugabes Partei ZANU-PF hält dem Vorsitzenden nicht mehr die Treue. Das Zentralkomitee der Regierungspartei will nach Informationen von Insidern am Sonntag zu einem Treffen zusammenkommen, um den Parteichef zu entlassen. Außerdem solle der von Mugabe gefeuerte Vizepräsident Emmerson Mnangagwa wieder in sein Amt zurückkehren, und Mugabes Frau Grace solle als Vorsitzende der Frauenliga der ZANU-PF abgelöst werden, hieß es.

Mnangagwa galt offiziell als Nachfolger des Präsidenten. Sein Rauswurf sollte nach dem Willen Mugabes den Weg für seine Frau Grace an die Spitze des Staates freimachen. Dies gilt als ein Auslöser für die Machtübernahme durch das Militär.

 krone.at
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