Sa, 18. August 2018

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16.11.2017 04:15

Simbabwe: Angespannte Ruhe nach Militärputsch

Nach den turbulenten Stunden des Militärputsches in Simbabwe steht nun die Frage nach der Nachfolge von Präsident Robert Mugabe im Vordergrund. Soldaten patrouillierten in der Nacht auf Donnerstag weiter an den wichtigen Verkehrsknotenpunkten der Hauptstadt Harare. Zunächst wurden keine Zwischenfälle gemeldet.

Bereits am Mittwoch waren nach dem ersten morgendlichen Schock die meisten Simbabwer einfach friedlich ihren Geschäften nachgegangen. In den Abendnachrichten des staatlichen Fernsehens wurde die Bedeutung des Putsches heruntergespielt. Auch über die vom Militär angeordneten Festnahmen einiger Mugabe-Gefolgsleute, unter ihnen Finanzminister Ignatius Chombo, wurde nicht berichtet.

Mugabe weiter unter Hausarrest
Der 93-Jährige Staatschef Mugabe befindet sich weiter unter Hausarrest. Er äußerte sich bisher nicht öffentlich. Beobachter rechneten für Donnerstag mit einer Erklärung, wie es an der Staatsspitze weitergehen soll - sei es durch eine Stellungnahme Mugabes oder der Putschisten. Auch die führende Oppositionspartei wollte sich nach Beratungen am Donnerstag über den weiteren Kurs äußern.

Beobachter mutmaßten, dass die Streitkräfte die Macht nicht langfristig behalten wollten, sondern planten, dem als "Krokodil" bekannten geschassten Vizepräsidenten Emmerson Mnangagwa (75) den Weg zur Macht zu ebnen.

First Lady könnte Präsidentenamt übernehmen
Die Entlassung von Mnangagwa in der vergangenen Woche war der Tropfen gewesen, der das Fass für die Generäle zum Überlaufen brachte. Das Militär stand bisher immer stramm hinter Mugabe, doch es war auch Mnangagwa verbunden, der als Verbündeter von Militärchef General Constantino Chiwenga gilt. Ihn und Chiwenga eint die Ablehnung der unbeliebten First Lady Grace Mugabe (52), die ihrem Mann im höchsten Staatsamt nachzufolgen hofft.

International mehrten sich indes die Appelle, rasch und friedlich zur verfassungsgemäßen Ordnung zurückzukehren. "Wir sind davon überzeugt, dass die Simbabwer die Verfassung respektieren werden und die Nachfolge von Präsident Mugabe demokratisch vor sich gehen wird", sagte der Vorsitzende der Afrikanischen Union, Guineas Präsident Alpha Conde, am Mittwochabend in einem Interview der Deutschen Welle.

UN hofft auf friedliche Mittel und Dialog
UN-Generalsekretär Antonio Guterres rief alle Beteiligten zu "Ruhe, Gewaltfreiheit und Zurückhaltung" auf. "Die Bewahrung der Grundrechte, inklusive der Rede- und Versammlungsfreiheit, ist von grundlegender Bedeutung", sagte sein Sprecher Farhan Haq am Mittwoch. Guterres beobachte die Situation und weise auf die Bedeutung der Lösung politischer Differenzen durch friedliche Mittel und Dialog hin.

Simbabwe mit seinen etwa 15 Millionen Einwohnern gehört einem UN-Index zufolge zu den ärmsten Staaten der Welt. Mugabe hat die frühere Kornkammer des südlichen Afrika heruntergewirtschaftet. Das Land hat sich bisher noch nicht von einer schweren Wirtschaftskrise erholt, in deren Folge es 2008 zu einer Hyperinflation und zum Verfall der Landeswährung gekommen war.

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