Do, 13. Dezember 2018

Wegen Burkaverbot

19.10.2017 19:50

Polizeieinsatz gegen Parlamentsmaskottchen

Das Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz bzw. Burkaverbot in Österreich hat nun sogar das Maskottchen jenes Parlaments, das das Gesetz beschlossen hat, getroffen: Bei einem Vorab-Filmdreh anlässlich des "Tags der offenen Tür" im Hohen Haus am 26. Oktober kam es zu einem Polizeieinsatz gegen den Hasen "Lesko".

Passiert ist das Ganze laut einem Bericht am 9. Oktober. An dem Tag waren vor dem Parlamentsgebäude an der Wiener Ringstraße Kinder für Filmaufnahmen mit dem Parlamentsmaskottchen unterwegs. Eine vorbeikommende Polizeistreife unterbrach den Dreh, der Darsteller hinter dem hellblauen Hasen mit seinen langen wuscheligen Ohren und großen Augen musste sein wahres Gesicht zeigen.

Eine Strafe gab es nicht, da es sich um "künstlerische Berufsausübung" gehandelt habe und nicht gegen das Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz verstoßen wurde, so die Wiener Polizei gegenüber der "Tiroler Tageszeitung". Auch war laut Parlament für die Aufnahmen keine Genehmigung nötig, weil nicht auf öffentlichem Grund und Boden, sondern auf dem des Parlaments gedreht wurde.

Nur Handvoll Amtshandlungen gegen Burkaträgerinnen
Seit dem Inkrafttreten des Anti-Gesichtsverhüllungsgesetzes am 1. Oktober hat es in Wien knapp 30 Amtshandlungen nach der neuen Vorschrift gegeben. Nur eine Handvoll davon betraf Frauen mit muslimischer Gesichtsverschleierung.

So gab es etwa wegen eines Hai-Darstellers bei einer Geschäftseröffung in Wien eine Anzeige, weil sich der junge Mann zunächst geweigert hatte, das Werbekostüm abzunehmen. Angezeigt wurde schlussendlich aber nicht der Darsteller, sondern der Auftraggeber. Die Polizei gab daraufhin auf Twitter bekannt:

Gesetz "grundgesetzwidrig"?
Verfassungsexperte Heinz Mayer sieht das Gesetz als "grundrechtswidrig" an. "Wenn ich jemandem verbiete, dass er sich einen Schal oder eine Mütze ins Gesicht zieht, ist das ein Eingriff in sein Privatleben und hat mit Integration nichts zu tun", sagt der Experte: "Das ist ein Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention."

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Schock bei Adventfeier
Als Harnik-Klub feierte, brachen Diebe Autos auf
Fußball International
Vom Leser inspiriert
Rezept der Woche: Omas Schokokipferln
Lieblingsrezept
Rallye-Paukenschlag
Rekord-Champion Loeb fährt 2019 im Hyundai!
Motorsport
Nach CL-Blamage
Üble Beschimpfung? Real-Star legt sich mit Fans an
Fußball International
Europa League
Ab 21 Uhr LIVE: Salzburg zu Gast im Celtic Park
Fußball International
Europa League
Ab 18.55 Uhr LIVE: Rapids Finale gegen die Rangers
Fußball International
Benzin-Schwestern:
Die schnellen und reichen Luxus-Gazellen der Wüste
Video Stars & Society
Achtelfinal-Kracher?
Diese CL-Duelle sind jetzt am wahrscheinlichsten
Fußball International
Dreifachmord in NÖ
Schlossbesitzer (54) löscht halbe Familie aus!
Niederösterreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.