Do, 21. Juni 2018

Täter überwältigt

15.09.2017 12:23

Paris: Mann attackiert in Metro Soldat mit Messer

Ein mit einem Messer bewaffneter Mann hat Freitagfrüh in einer Pariser U-Bahn-Haltestelle einen patrouillierenden Soldaten angegriffen, konnte aber von diesem überwältigt werden. Verletzt wurde niemand. Der festgenommene Mann soll etwas im Zusammenhang mit "Allah" gesagt haben, die Anti-Terror-Abteilung der Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen.

Die Attacke ereignete sich laut Polizei in der U-Bahn-Haltestelle Chatelet, die unweit des Louvre und der Kathedrale Notre-Dame liegt. Der Mann griff eine Militärpatrouille der Anti-Terror-Mission "Sentinelle" an, der attackierte Soldat konnte ihn überwältigen.

"Wissen nichts über die Absichten des Angreifers"
"Das ist ein Beweis für die Professionalität und die Effektivität der Soldaten von 'Sentinelle' in dieser Schutzmission", sagte Verteidigungsministerin Florence Parly im Radiosender Europe 1. "Wir wissen nichts über die Absichten des Angreifers", der nicht polizeibekannt sei, ergänzte sie.

Inlandseinsatz läuft seit "Charlie Hebdo"-Massaker
Der Inlandseinsatz "Sentinelle" (Wache) war nach den Anschlägen auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt in Paris im Jänner 2015 ins Leben gerufen worden. 7000 Soldaten patrouillieren unter anderem an Bahnhöfen, Flughäfen, Touristenattraktionen, Schulen, Kirchen und Synagogen, um Anschläge zu verhindern.

Soldaten immer wieder im Visier von Attentätern
Immer wieder werden die Soldaten selbst zum Ziel von Angriffen - seit Anfang 2015 bereits siebenmal. Zuletzt raste ein Mann am 9. August mit einem Fahrzeug im nordwestlich von Paris gelegenen Levallois-Perret in eine Militärpatrouille und verletzte sechs Soldaten.

Regierung will nach Kritik "Sentinelle" überarbeiten
Auch wegen solcher Angriffe ist "Sentinelle" umstritten: Kritiker argumentieren, die Soldaten hätten bislang noch keinen einzigen Anschlag vereitelt, seien aber selbst zum leichten Ziel von Angreifern geworden. Erst am Donnerstag kündigte die Regierung deswegen eine Überarbeitung der Mission an - die Soldaten sollen flexibler eingesetzt, die Patrouillen "unvorhersehbarer" werden.

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