So, 24. Juni 2018

Bundestagswahl

07.09.2017 20:36

Türkisch-deutsche Kleinpartei wirbt mit Erdogan

Das Konterfei eines unerwarteten Kandidaten ziert zurzeit das Straßenbild der deutschen Stadt Duisburg und sorgt für Aufregung. Die im Vorjahr von türkischen Migranten gegründete deutsche Kleinpartei Allianz Deutscher Demokraten (ADD) wirbt auf ihren Plakaten mit einem Bild des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und mit Slogans wie "Seid für diejenigen, die Türkenfreunde sind", "Gebt ihnen eure Stimme" oder "Lassen wir sie groß werden" in türkischer Sprache.

Mit ihrem Aufruf und dem Foto Erdogans buhlt die ADD unverhohlen um die Stimmen jener deutschen Staatsbürger mit türkischem Migrationshintergrund, die bei der Bundestagswahl am 24. September keine der deutschen Großparteien wählen wollen.

Erdogan rief zu Boykott von Großparteien auf
Genau das hatte Erdogan am 18. August nach dem muslimischen Freitagsgebet in Istanbul türkischstämmigen Wählern in Deutschland empfohlen. Er rief sie damals dazu auf, bei der Bundestagswahl nicht für Union (CDU/CSU), SPD oder Grüne zu stimmen und begründete das damit, dass diese Parteien eine antitürkische Politik betreiben würden.

"Gebt eure Stimmen nicht den Parteien, die der Türkei feindlich gesinnt sind. Seid mit den Türkeifreunden zusammen. Schaut nicht darauf, ob es sich dabei um kleine Parteien handelt. Gebt eure Stimmen an diese Parteien, damit sie groß werden", empfahl Erdogan den in Deutschland lebenden Türken. Genau diesen Appell nutzt die ADD nun bei ihren Wahlplakaten, die sie vor allem in deutschen Städten mit großem türkischem Bevölkerungsanteil anbringt.

Alle Plakat-Zitate von Erdogan selbst
Ein AAD-Sprecher betonte, dass die Zitate, mit denen man werbe, allesamt von Erdogan selbst stammen würden. Sie seien im Rahmen einer Rede gefallen, die der Staatschef am 20. August bei einer Veranstaltung seiner Partei AKP gehalten habe. Ein Video dieser Veranstaltung hat die ADD samt deutschen Untertiteln bereits am Tag danach auf YouTube online gestellt.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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