Mi, 15. August 2018

Kritik an Badeanzug

28.08.2017 11:15

Zeman sorgt sich um Burkini-"Schweinereien"

Er ist geradezu berühmt-berüchtigt für seine markigen Sprüche und sorgt wieder einmal für Wirbel: Die Rede ist vom tschechischen Präsidenten Milos Zeman. Die aktuelle Aufregung löste Zeman mit einer Äußerung über Burkinis aus. Er sehe keinen Grund, warum man das Tragen von Burkinis in Tschechien tolerieren solle. Man wisse nie, welche "Schweinereien diese Textilien beinhalten können", so der Staatschef in Anspielung auf hygienische Bedenken.

"In tschechischen Schwimmbädern gibt es keinen Grund, dass jemand in arabischer Kleidung badet", erklärte Zeman im Interview mit der Tageszeitung "Blesk". Allerdings hänge dies auch vom Aussehen der Frau ab - es gebe Frauen, die aufgrund ihrer Proportionen "so gründlich wie möglich verhüllt" sein sollten.

Mit Blick auf den umstrittenen Ganzkörperbadeanzug Burkini - er bedeckt bis auf Gesicht, Hände und Füße alle Körperteile - erklärte Zeman jedoch: "Aus der Sicht der elementaren Hygiene weiß man nie, was für Schweinereien diese Textilien beinhalten könnten."

Zeman "kein Experte für Schwimmanzüge"
Die Bemerkung, dass Burkinis aus dem üblichen Material für Schwimmbekleidung hergestellt seien und laut den Experten keine hygienische Bedrohung darstellten, wies Zeman mit Worten zurück, er (Zeman) sei "kein Experte für Schwimmanzüge". Der Präsident ist für seine islam-kritischen Äußerungen bekannt. Im Jänner tritt er zur Wiederwahl an.

Der Umgang mit Burkinis wird in tschechischen Schwimmbädern - ähnlich wie in Österreich - unterschiedlich gehandhabt - in manchen sind die Badeanzüge erlaubt, in anderen nicht. Fotos von in Burkinis badenden Touristinnen in einem Freizeitbad bei Prag hatten vor Kurzem eine Debatte in sozialen Netzwerken und den Medien ausgelöst.

In Frankreich wurden Burkinis nach dem Anschlag von Nizza im vergangenen Jahr in einigen Badeorten an der Cote d'Azur verboten. Nach einer Grundsatzentscheidung des Obersten Verwaltungsgericht waren die meisten Burkini-Verbote aber gekippt worden.

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