26.08.2017 10:36 |

Debatte um Rassismus

Umstrittener US-Sheriff von Trump begnadigt

Der hochumstrittenen und wegen seiner knallharten Methoden berüchtigte frühere Sheriff Joe Arpaio ist von US-Präsident Donald Trump begnadigt worden. Arpaio war in seiner Zeit als Sheriff im Bundesstaat Arizona wegen Gesetzesverstößen und extrem harter Amtsführung vor allem gegen Immigranten einer der kontroversesten Ordnungshüter der USA.

Der heute 85-Jährige hatte in seiner Amtszeit, von 1992 bis 2016, als republikanischer Bezirkssheriff, Zehntausende bei Razzien aufgreifen lassen, obwohl nichts gegen sie vorlag. Von Oktober an drohte Arpaio eine sechsmonatige Haftstrafe, zu der ihn ein US-Bundesgericht im Juli verurteilt hatte. Er wurde für schuldig befunden, als Sheriff eine gerichtliche Anordnung missachtet zu haben, wonach er die Diskriminierung und ethnische Verfolgung von Immigranten zu unterlassen habe.

"Bewundernswerter Dienst"
Trump attestierte Arpaio einen "beispielhaft selbstlosen Dienst an der Öffentlichkeit". "Nach mehr als 50 Jahren bewundernswertem Dienst an unserer Nation hat er eine Begnadigung durch den Präsidenten verdient", heißt es in einer Stellungnahme des Weißen Hauses am Freitag.

Arpaio über Jahre scharf kritisiert
Mit der ersten Begnadigung seiner Amtszeit gießt Trump nach Meinung von Menschen- und Bürgerrechtlern Öl ins Feuer der schwelenden Rassismusdebatte im Land. Sie haben Arpaio über Jahre scharf kritisiert. Trump hatte die Begnadigung bereits vor einigen Wochen öffentlich erwogen. Arpaio hatte Trump im Wahlkampf 2016 nach Kräften unterstützt und wurde auch für ein Regierungsamt gehandelt.

Als Sheriff hatte Arpaio am Rande von Phoenix eine berüchtigte Gefängnis-Zeltstadt in der glühenden Hitze des US-Südwestens einrichten lassen. Er ließ die Häftlinge mit rosafarbener Unterwäsche ausstatten. Sie erhielten nur zwei Mal täglich etwas zu essen, angeblich aus finanziellen Gründen stets ohne Pfeffer und Salz.

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