22.04.2017 14:16 |

Anschlag auf Teambus

Experte: BVB-Bomber hätte Millionen nie erhalten

Er hätte aus reiner Habgier den Tod der BVB-Kicker in Kauf genommen: Der deutsch-russische Bombenleger Sergej W. wollte mit dem Anschlag auf den Teambus von Borussia Dortmund einen Sturz der Aktie der Fußballmannschaft provozieren - und so Millionen Euros verdienen. Ein Finanz-Experte ist jedoch überzeugt: Der 28-Jährige hätte das Geld nie ausbezahlt bekommen. Fazit: Der Anschlag war nicht nur gefährlich sondern auch "komplett sinnlos".

Der am Freitag gefasste Verdächtige soll - wie berichtet - mit dem Angriff auf den Teambus der Fußballmannschaft auf einen Kursverlust der BVB-Papiere gesetzt haben, wie die deutsche Bundesanwaltschaft am Freitag mitteilte. Mit den Börsen-Spekulationen habe der 28-Jährige dann wohl viel Geld kassieren wollen.

Wie viel Geld Sergej W. im Fall des Anschlags auf den BVB-Mannschaftsbus maximal an der Börse hätte gewinnen können, ist noch nicht klar. Das werde derzeit noch berechnet, hieß es von Seiten der Behörden. Der 28-Jährige habe drei verschiedene Derivate auf die Aktie von Borussia Dortmund erworben - die meisten davon am Tag des Angriffs selbst.

Im Video - Anschlag auf BVB-Bus - Russe (28) festgenommen:

Bombenleger nahm hohe Kredite auf
Unklar ist auch, wie viel Geld der Mann investiert hat. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft nahm er für den Kauf der Derivate einen Verbraucherkredit in Höhe von mehreren zehntausend Euro auf. Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger erklärte: "Der Täter hat nach meinem jetzigen Stand 79.000 Euro investiert, um entsprechende Aktienoptionsscheine zu kaufen." Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" soll sich der 28-Jährige einen Verbraucherkredit über 40.000 Euro besorgt haben.

Sicher ist: Je tiefer die Aktie des Fußballvereins gefallen wäre, desto höher wäre der Gewinn für den Bombenleger ausgefallen. Der BVB war im Jahr 2000 als erster deutscher Sportverein an die Börse gegangen.

"Auszahlung höchstwahrscheinlich verweigert"
Doch wie ein Finanz-Experte nun erklärt, hätte Sergej W. das erhoffte Geld wohl nie zu Gesicht bekommen. Stefan Müller, der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Wertpapieranalyse, behauptet gegenüber der "WAZ": Die Banken hätten Sergej W. die Auszahlung des Gewinns höchstwahrscheinlich verweigert.

"Sie hätten innerhalb der zwei Tage, die er hätte warten müssen, bis das Geld auf seinem Konto ist, wahrscheinlich das Geld gesperrt, oder die Ermittlungsbehörden hätten zugegriffen", so Müller im Gespräch mit der Zeitung. Der Anschlag und die Spekulationen am Aktienmarkt seien somit "aus handelstechnischen Hintergründen komplett sinnlos gewesen", so der Finanz-Experte.

Immer wieder Versuche, Aktienkurse zu beeinflussen
Fest steht: Einen Fall wie jenen in Dortmund, gab es in der deutschen Börsengeschichte bisher nicht. Experten vermuten allerdings zum Beispiel, dass nach den Anschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center und das Pentagon, Al-Kaida-Chef Osama bin Laden und einige Komplizen sich über Optionsscheine ebenfalls am Absturz der weltweiten Börsenkurse bereichert haben könnten.

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