07.04.2017 12:17 |

Produktpiraterie

Turiner Gericht spricht Vespa Kunstwerkstatus zu

Nach 70 Jahren seines Bestehens erhält nun der italienische Kultroller Vespa den Status eines Kunstwerks, das uerheberrechtlich geschützt werden muss. Dies hat am Freitag ein Gericht in Turin beschlossen. Der Plagiatschutz gilt für alle Varianten der Vespa, die seit 1948 auf den Markt gekommen sind.

Das Gericht urteilte somit, dass die chinesische Gesellschaft Zhejiang Zhongneng Industry Group keine "Klone" der legendären Vespa in Italien verkaufen darf. Der chinesische Konzern produziert ein Modell mit dem Namen "Ves", der dem Original Vespa besonders ähnlich ist. Gegen die chinesische Gesellschaft war der Vespa-Hersteller Piaggio vor Gericht gezogen. Zhejiang Zhongneng Industry Group hatte sich verteidigt und gemeint, dass der "Ves" kein Plagiat des Modells "Vespa LX" aus dem Jahr 2005 sei, wie Piaggio behauptete.

Laut dem Gericht sei Vespa ein industrielles Design-Kunstwerk und stehe daher unter Schutz des Urheberrechts. Die Richter verboten daher den Chinesen, den "Ves" in Italien zu vermarkten. Piaggio begrüßte den Richterspruch als "historisches Urteil" im Kampf gegen Produktpiraterie.

"Das sieht ja aus wie eine Wespe"
Mit dem Startschuss zur ersten Serienproduktion der Vespa 98cc begann 1946 ihre Erfolgsstory. Entworfen wurde der Kultroller vom italienischen Ingenieur Corradino D'Ascanio. Als ehemaliger Konstrukteur von Kriegsflugzeugen wollte er ein einfaches, sparsames und leicht benutzbares Fahrzeug anfertigen und konstruierte auf einem vom Krieg zerstörten Fabrikgelände in Pontedera im Auftrag des Unternehmers Enrico Piaggio etwas Neuartiges. Es entstand ein für jedermann erschwingliches Transportmittel, ebenso simpel wie genial. "Das sieht ja aus wie eine Wespe", kommentierte Piaggio, als er den Prototyp erstmals sah. Die "Vespa" war geboren.

Gregory Peck, Audrey Hepburn und der Kultroller
Bald begann ihr Siegeszug um die halbe Welt - bis nach Hollywood. Auf einer Vespa war das Traumpaar Gregory Peck und Audrey Hepburn in dem Erfolgsstreifen "Ein Herz und eine Krone" aus dem Jahr 1953 durch Rom geknattert - Fahrtwind in den Haaren, Lebenslust in den Augen. Als Liebeserklärung an den italienischen Motorroller ging die Szene ins kollektive Gedächtnis Italiens ein. Noch heute ist es in Rom und Neapel leichter, mit dem Motorroller voranzukommen als per Bus oder Auto.

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