25.02.2017 10:30 |

Wegen Namen

Muhammad Alis Sohn auf US-Flughafen festgehalten

Muhammad Ali Junior, Sohn der US-Boxlegende Muhammad Ali, ist wegen seines "arabisch klingenden Namens" auf einem Flughafen in den USA festgehalten und fast zwei Stunden lang befragt worden. Wie die Zeitung "The Courier-Journal" berichtete, wurde dem in Philadelphia geborenen US-Bürger Ali Jr. sowie seiner Mutter Khalilah Camacho-Ali auf dem Flughafen Fort Lauderdale in Florida die Einreise verweigert.

Wie Alis Freund und Anwalt Chris Mancini am Freitag der Zeitung sagte, wurden der 44-Jährige und seine Mutter bereits am 7. Februar auf der Rückreise von Jamaika nach Florida wegen ihrer arabisch klingenden Namen von US-Zollbeamten gestoppt. Camacho-Ali, geborene Belinda Boyd, die zweite Ehefrau des legendären Schwergewichtsweltmeisters, sei schnell wieder freigelassen worden, weil sie den Beamten ein Foto mit ihrem verstorbenen Ex-Mann gezeigt habe. Ali Jr. habe jedoch kein solches Foto dabeigehabt und sei fast zwei Stunden lang befragt worden.

"Woher haben Sie Ihren Namen?"
Nach Angaben von Mancini hätten die Zollbeamten Ali Jr. mehrmals die Frage gestellt: "Woher haben Sie Ihren Namen?" Als er die Frage "Sind sie Muslim?" bejahte, hätten sie weitere bohrende Fragen gestellt. Für die Familie sei es "glasklar", dass die Befragung in unmittelbarem Zusammenhang mit dem von US-Präsident Donald Trump verhängten, aber inzwischen gerichtlich außer Kraft gesetzten Einreiseverbot für Menschen aus mehreren mehrheitlich muslimischen Ländern stehe, sagte Mancini.

Familie erwägt Klage
Die Familie versucht den Angaben zufolge nun herauszufinden, wie viele Reisende für eine solche Befragung festgehalten wurden. Sie erwägt demnach auch eine Klage. Die Flughafen- und Zollbehörden wurden von der Zeitung um eine Stellungnahme gebeten, äußerten sich zunächst aber nicht zu dem Fall.

Der legendäre Boxer und Bürgerrechtsaktivist Muhammad Ali war im Juni 2016 im Alter von 74 Jahren gestorben. Er hatte seit Jahren an Parkinson gelitten. Ali war als junger Mann zum Islam konvertiert und hatte dabei auch seinen bürgerlichen Namen Cassius Clay abgelegt. Er war vier Mal verheiratet und hinterließ neun Kinder - sieben Töchter und zwei Söhne.

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