22.02.2017 12:52 |

"Milliardengrab"

Deutsche Linkspartei will Euro-Aus für Griechen

Harte Worte der Fraktionschefin der deutschen Linken, Sarah Wagenknecht: In einem Angriff auf die deutsche Bundesregierung forderte sie, dass Griechenland aus der Gemeinschaftswährung Euro austreten solle. Das würde einerseits der griechischen Bevölkerung und Volkswirtschaft helfen, andererseits würden damit aber auch weitere Milliardenzahlungen der europäischen Steuerzahler verhindert.

Ob Griechenland weiterhin seine Perspektive innerhalb der für seine Volkswirtschaft viel zu harten Währung des Euro sehe, müsse letztlich die griechische Bevölkerung entscheiden, sagte Wagenknecht der "Rheinischen Post". "Allerdings spricht einiges dafür, dass eine wirtschaftliche Erholung jenseits dieses Korsetts um einiges leichter wäre."

"Milliardengrab für europäische Steuergelder"
Wagenknecht warf dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble vor, seit Jahren die deutsche Öffentlichkeit zu täuschen, "obwohl er weiß oder zumindest wissen sollte, dass Griechenland pleite ist". Die von der deutschen Bundesregierung mit zu verantwortenden Kredite an das Land seien "ein Milliardengrab für die deutsche und europäische Steuergelder". Griechenland sei mit diesen Krediten nicht gerettet worden, sondern Banken und Hedgefonds.

IWF-Chefin beriet mit deutscher Kanzlerin
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und IWF-Chefin Christine Lagarde haben am Mittwoch in Berlin über die Griechenland-Krise beraten. Lagarde forderte dabei von den Griechen weitere Reformen vor allem des Steuer- und Pensionssystems. "Das Pensionssystem schreit nach Reformen", die Erhebung der Einkommenssteuer müsse verbessert werden, sagte die IWF-Chefin nach dem Treffen. "Wir brauchen Disziplin und Strukturreformen." Ein harter Schuldenschnitt ("Haircut") für Athen ist nach den Worten Lagardes gegenwärtig nicht erforderlich, es müssten aber weitere Schuldenerleichterungen wie Zinssenkungen sowie längere Laufzeiten der Hilfskredite gewährt werden.

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