Sa, 23. Juni 2018

"Paris-Syndrom"

23.10.2006 12:19

Kulturschock für Touristen aus Japan

Für Millionen Touristen aus aller Welt ist ein Besuch in der französischen Hauptstadt Paris ein Lebenstraum. Für einige wenige Besucher aus Japan wird der Aufenthalt in der Stadt der Liebe aber zur Katastrophe. Ein als "Paris-Syndrom" bezeichneter Kulturschock bringt pro Jahr rund ein Dutzend Japaner ins Krankenhaus. Sie kommen mit dem harten Alltag in der Seine-Metropole nicht zurecht und brauchen psychologische Hilfe.

Die Anzeichen für das „Paris-Syndrom“ sind Verfolgungswahn und Selbstmordgedanken, berichtet die Zeitung „Journal du Dimance“. Als Grund wird der Unterschied zwischen Vorstellung und Realität in Paris vermutet. „Einem Drittel der Patienten geht es bald wieder besser, ein Drittel erleidet Rückfälle und der Rest hat Psychosen“, zitiert das Blatt  den Psychiater Yousef Mahmoudia, der in einem Spital nahe der Notre Dame arbeitet, und mehrfach mit Paris-geschädigten Patienten zu tun hatte.

In manchen Fällen muss eine sofortige Rückkehr nach Japan veranlasst werden. Bei der japanischen Botschaft in Paris wurden alleine heuer vier gravierende Fälle registriert, darunter auch zwei Frauen, die glaubten dass ihre Hotelzimmer abgehört werden und eine Verschwörung gegen sie im Gang sei.

Bernard Delage, Mitarbeiter eines Vereines, der japanischen Familien in Frankreich hilft, erklärt den Kulturschock so: „In japanischen Geschäften sind die Kunden König, während man von den Verkäufern hierzulande kaum beachtet wird. Die Menschen in den öffentlichen Verkehrsmitteln schauen ernst, und Handtaschen-Diebe tun ihr Übriges dazu, dass man sich nicht sicher fühlt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.