Fr, 21. September 2018

Trotz Wehsely-Abgang

14.01.2017 11:52

Ärztekammer kritisiert weiter Gesundheitspolitik

Sonja Wehsely tritt als Gesundheits- und Sozialstadträtin zurück, die massiven Probleme in Wiens Gesundheitssystem sind damit aber noch lange nicht gelöst. In Anbetracht fehlender sinnvoller Lösungsanschläge platzt jetzt Thomas Szekeres, Präsident der Wiener Ärztekammer, der Kragen: Er spricht von einem "Desaster der Menschlichkeit", das "ohne einschneidende, personale Änderungen und radikalen Neuerungen", wohl kein Ende nehmen werde.

Der Rücktritt von Wehsely sei nur ein symbolischer Schritt gewesen, das Klima sei nach wie vor schlecht. "Das Wiener Gesundheitssystem ist auf einem Niveau angelangt, das weit entfernt ist von Standards in Wohlfahrtsstaaten. Und so wie es gemanagt wird, ist es auch nicht sanierbar", spricht Szekeres auf die Situation in den überfüllten Spitälern an.

Das Umgehen des Krankenanstalentenverbundes mit der viel diskutierten Causa "Gangbetten" bringt den Ärztekammer-Chef dabei zum Schäumen: "An die PatientInnen, die unter teilweise menschenunwürdigen Umständen in Gangbetten liegen, deren Recht auf Intimität und Persönlichkeitsschutz permanent verletzt werden, denkt kaum jemand."

"Ein realitätsferner KAV-Geschäftsführer schlägt blind um sich"
Kein gutes Haar lässt Szekeres dabei am KAV-Geschäftsführer Udo Janßen: "Ein vollkommen überforderter, realitätsferner KAV-Geschäftsführer schlägt blind um sich." Damit spielt der Ärztekammerpräsident auch darauf an, dass Janßen jenen Ärzten, die im Wilheminenspital Gefährdungsanzeige erstatteten, mit Urlaubssperre gedroht haben soll.

"Es herrscht autoriäteres Strafandrohnungsklima"
"Statt zu versuchen, flexibel mit einer kritischen Situation umzugehen, Solidarität mit ÄrztInnen und PflegerInnen zu zeigen, die 48-Stundenwoche vorübergehend aufzuheben, statt Zusammenhalt herrscht autoritäres Strafandrohungsklima im KAV", ärgert sich Szekeres.

Ginge es nach dem Präsident der Ärztekammer müsse man in dieser prekären Situation vielmehr das Einvernehmen mit anderen Krankenhäusern suchen, Gespräche im niedergelassenen Bereich führen und konkrete Krisenszenarien verarbeiten. Stattdessen würde aber nur Bashing betrieben werden: "Schuldzuweisungen und Dementis bis es nicht mehr geht."

Charlotte Sequard-Base
Charlotte Sequard-Base

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.